Die UEFA hat ihre Haltung gegenüber Rassismus verschärft22 September 2005

Die UEFA hat ihre kürzlich getroffene Entscheidung, die Strafe für den rumänischen Verein Steaua Bukarest zu erhöhen, inzwischen begründet. Dabei sendet sie eine klare Botschaft an diejenigen Vereine, die nicht gegen das rassistische Verhalten ihrer Fans entsprechend vorgehen, aus.

Im Bericht zum Disziplinarverfahren hält die UEFA fest:
„Die Kommission zeigte sich besonders besorgt darüber, dass der Verein Steaua Bukarest versucht hat, die rassistischen Vorkommnisse zu verharmlosen. Es ist dem Verein offensichtlich nicht bewusst, dass Rassismus unter den Steaua-Fans ein Problem darstellt und somit den Verein in Schwierigkeiten bringt. Das Rassismus-Problem ist viel tiefer verwurzelt als der Verein glaubt. Einfach eine Botschaft gegen Rassismus zu richten, reicht nicht aus. Im Gegenteil: Eine proaktive Haltung mit Bildungsprogrammen und spezifischer Fankommunikation ist gefordert.“

Der rumänische Verein wurde zunächst von der UEFA wegen des rassistischen Verhaltens seiner Fans gegenüber Joseph Ndo vom FC Shelbourne mit einer Geldstrafe belegt. In Anbetracht des Ausmaßes der rassistischen Beleidigungen sowie der Inaktivität von Steaua Bukarest wurde die Strafe jedoch von der UEFA mit einem Stadionverbot nachträglich verschärft. Steaua Bucharest legte gegen die Entscheidung der UEFA Berufung ein, mit der Begründung, dass es sich bei den rassistischen Beleidigungen seiner Anhänger lediglich um Sticheleien gehandelt habe. Die UEFA blieb jedoch bei ihrer Entscheidung.

Reaktion in Rumänien
Wie FARE bereits berichtete, hat die Schwere der Strafe das Bewusstsein für das Problem des Rassismus im rumänischen Fußball erhöht. In den Medien wurde dadurch eine offene Diskussion ausgelöst, bei der sich die Mehrheit der rumänischen Massenmedien dem bisher von ihnen völlig ignorierten Thema des Rassismus im Fußball widmete. Die in der Region aktiven FARE-Partner wurden mit Anrufen interessierter und unterstützender Bürger und Bürgerinnen regelrecht überschüttet.

Kampf gegen Rassismus
Im Bestreben, den Fußball von Rassismus zu befreien, arbeitet die UEFA nunmehr seit mehreren Jahren mit FARE sehr eng zusammen. FARE erhält im Rahmen des Wohltätigkeitsprogramms der UEFA eine jährliche Zuwendung, die aus den von der UEFA verhängten Strafgeldern finanziert wird. Vor kurzem richtete die UEFA in Zusammenarbeit mit FARE eine für alle europäischen Fußballverbände offene Konferenz aus, um das Problem des Rassismus bzw. praktische Methoden zur Bekämpfung dessen zu durchleuchten. UEFA hat zudem einen Leitfaden sowie einen 10-Punkte-Aktionsplan für Vereine erstellt und den Mitgliedsverbänden Gelder zur Entwicklung antirassistischer Initiativen zur Verfügung gestellt.