Schwere Vorwürfe gegen einen Helden des schweizerischen Fußballs04 November 2004

Der Schweizer Nationalheld Stéphane Chapuisat soll rassistische Bemerkungen gegenüber Selver Hodzic, einem beim FC Thun unter Vertrag stehenden Spieler bosnischer Herkunft, gemacht haben. Chapuisat wurde vorgeworfen, die Beleidigungen während eines Spiels in der Schweizer Super League zwischen den Young Boys Bern und dem FC Thun gemacht zu haben. Ironischerweise sollen die Bemerkungen während eines Spiels, das vom Verein Young Boys Bern und dessen Anhänger als ihr Beitrag zur FARE-Aktionswoche bezeichnet wurde, gemacht worden sein. Noch ist unklar, ob die Vorkommisse den Offiziellen gemeldet wurden.

Nach dem Schlusspfiff sagte Hodzic der Berner Zeitung:
„Chappi hat mich während des Spiels mindestens zehn Mal als 'Scheiß-Jugo' bezeichnet und hat mir gesagt, ich solle wieder zurück in mein Land gehen. Unter normalen Umständen kann ich mit diesen Beleidigungen leben, doch am Aktionstag gegen Rassismus finde ich das einfach das Letzte.“

Stéphane Chapuisat, der 99 Mal das Schweizer Nationaltrikot trug und 1997 die UEFA Champions League mit Borussia Dortmund gewann, dementierte die Vorwürfe nicht.
“ Ich lasse mich nicht auf das Niveau von Hodzic herab. Er hat mir auch unschöne Ausdrücke an den Kopf geworfen, die ich hier nicht nennen mag.“

Gemischte Signale
Nach den angeblichen Beleidigungen sind antirassistische Aktivisten erst mal sprachlos. Zusammen mit seinen Mannschaftskollegen Francisco Neri, Thomas Häberli und Kapitän Mark Disler ist Chapuisat auf einer Postkarte mit dem Slogan „Gemeinsam gegen Rassismus“ zu sehen, wovon anlässlich der FARE-Aktionswoche 5.000 Stück beim Derby verteilt wurden. Während seiner Zeit in der deutschen Bundesliga, wo er insgesamt 102 Tore schoss, nahm er auch an der Initiative „Mein Freund ist Ausländer“ teil.