Schiedsrichter-Assistenten sollen gegen Rassismus handeln12 Januar 2004

Die führenden europäischen Schiedsrichter-Assistenten sind von der UEFA aufgefordert worden, auf eventuelle rassistische Vorfälle zu achten und diese zu melden. Ihnen wurde klar gemacht, dass sie bei der europaweiten Kampagne gegen Rassismus, Intoleranz und Diskriminierung im Fußball eine eminent wichtige Rolle spielen können.

Einen Beitrag leisten können aber nicht nur die Schiedsrichter-Assistenten, die auf höchster Ebene vor großen Zuschauermengen auftreten. Schiedsrichter-Assistenten, die im Amateurbereich Zeuge von rassistischen Vorfällen bzw. Gesten auf oder neben dem Platz sind, sollen solche Ereignisse z.B. dem Schiedsrichter melden. So können sie einen kleinen Beitrag dazu leisten, den Fußball von diesem Besorgnis erregenden Phänomen zu befreien.

Probleme feststellen
„Rassismus ist ein gesellschaftliches Problem, das sich auch im Fußball bemerkbar macht. Sie sind in der idealen Position, um der UEFA bei der Bewältigung dieses Problems zu helfen. Sie sind oft an den Fans dicht dran und bekommen somit manchmal auch die Sprüche zu hören, die hinter ihnen gemacht werden,“ erklärte FARE-Vertreter Piara Powar den Schiedsrichter-Assistenten.

„Sie werden auch Vorfälle mitbekommen, wie z.B. das Aufzeigen von Transparenten oder auch das Werfen von Bananen, was nach wie vor ein Problem darstellt. Es kann sein, dass Sie auch „Uh-Uh-Rufe“ hören. Sie können Probleme feststellen, die der Schiedsrichter bzw. der Spielebeobachter nicht sehen oder verstehen kann.“

Solche Probleme sind natürlich nicht nur den Zuschauern auf den Rängen zuzuordnen. Die Assistenten werden auch zum Einschreiten aufgefordert, falls sie z.B. rassistische Beschimpfungen eines Spielers in ihrer Nähe mitbekommen. Dies vor allem angesichts der Tatsache, dass solch schwerwiegende Beleidigungen vom Schiedsrichter und somit auch vom Disziplinarausschuss des jeweiligen Nationalverbands geahndet werden können.

Vorfälle werden nicht gemeldet
„Wir möchten Sie bitten, alles, was sie sehen oder hören, dem Schiedsrichter zu melden – entweder sofort oder direkt nach dem Spiel – damit die Einzelheiten den Disziplinarorganen der UEFA über den Schiedsrichter-Bericht mitgeteilt werden können. Eines der Probleme, die wir bei der Bekämpfung des Rassismus immer wieder feststellen, ist die Tatsache, dass entsprechende Vorfälle nicht gemeldet werden. Dies hat zum Beispiel dazu geführt, dass Spieler, die sich rassistisch motivierte Beschimpfungen ausgesetzt sehen, beschweren, weil nichts unternommen wird. Wird der Vorfall gemeldet, gibt es dafür ein entsprechendes Disziplinarverfahren,“ erklärte Powar.

Alle sind zum Handeln verpflichtet
„Rassismus ist eine moralische bzw. eine gesellschaftliche Frage. Die UEFA Wettbewerbe und der Fußball allgemein sind dadurch angeschlagen. Es steht im Gegensatz zum Fußballgeist. Wir haben alle Verantwortung zu tragen und müssen das Problem bekämpfen. „

UEFA arbeitet eng mit dem FARE-Netzwerk zusammen, um den Rassismus im Fußball zu bekämpfen. Der europäische Fußballdachverband hat eine Liste von Sanktionen herausgebracht, die angewandt werden können für die, die den Fußball in dieser Weise besudeln.