Matteo Ghione, ein junger Fußballer gegen den Rassismus25 Januar 2006

Matteo Ghione ist ein fast neunzehnjähriger Fußballspieler mit brasilianischer Mutter und italienischem Vater. Zurzeit spielt er für F.C. Bolzano-Bozen 1996 (Serie D), fing jedoch bei den Junioren von Juventus Turin mit dem Fußball an. In den nächsten Tagen werden wir ein Interview mit ihm veröffentlichen. Heute bringen wir seine Erklärung gegen den Rassismus nach der Geschichte mit Zoro. Auf seiner Webseite (http://www.matteo-ghione.it/home.htm) engagiert sich Matteo nämlich aktiv im Kampf gegen die Diskriminierung. (D.C.)

Am nächsten Sonntag werden wir fünf Minuten später als sonst das Spielfeld betreten, da nach der aufsehenerregenden Geste des Spielers vom FC Messina Zoro es ganz danach aussieht, als ob die schlummernden Gewissen in der Fußballwelt plötzlich wachgerüttelt worden wären. Ich bin sicher, dass am Sonntag all diejenigen, die mit Fußball zu tun haben, eifrigst zur Schau stellen werden, dass sie mit diesem krankhaften Phänomen gar nichts zu tun haben… gerade sie, die ja auch sonst immer in erster Stelle gegen den Rassismus und die Intoleranz in den Fußballstadien kämpfen! Ein Wortschwall, Riesenfahnen auf dem Spielfeld… wenn aber die Journalisten nicht mehr schreiben und die Kameras nicht mehr filmen werden, sind wir dann wirklich sicher, dass sich etwas ändern wird, dass eine neue Ära anbrechen wird?… gestattet es mir, da einige Zweifel zu äußern. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich in zwei Wochen kaum jemand noch an Zoro und an die vielen guten Vorsätze erinnern. „The show must go on“…!
Rassismus ist eine kulturell, geschichtlich, politisch und vor allem gesellschaftlich bedingte Erscheinung, die viel mehr als nur die “Buh-Rufe” aus einer Kurve beinhaltet, die nicht nur in der Fußballwelt vorkommt, gegen die aber Fußball sehr wohl was tun kann, besonders weil dieses Spiel in der italienischen Gesellschaft, vor allem unter den Jugendlichen, eine wichtige Rolle spielt. Die fünf Minuten Verzögerung sind schon OK, immerhin besser als nichts… wenn wir aber das nächste Mal wirklich das Spielfeld verlassen würden, und diese Idioten mit ihren „Buh-Rufen“ allein lassen würden, wäre das viel besser!
(3.12.2005 – Matteo Ghione)