UEFA Konferenz: Meilenstein im Kampf gegen Rassismus im Fußball06 März 2003

Die Konferenz „Vereint gegen Rassismus“ am 5. März bedeutete einen großen Schritt vorwärts im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball. Mehr als 200 Vertreter aller 52 europäischen Fußballverbände und vieler führenden Ligen und Vereine versammelten sich auf Initiative der UEFA, des englischen Fußballverbandes und des Netzwerkes „Football Against Racism in Europe – FARE“ an der Londoner Stamford Bridge, dem Stadion des FC Chelsea. Die Konferenz wurde von Mike Lee (UEFA) und Lord Herman Ouseley (Kick It Out und Vertreter von FARE) gemeinsam moderiert.

„Die Leute, die die Macht haben, die Leute, die hier als Chef der UEFA, als Chef eines Nationalverbandes oder als Chef eines Vereins oder einer Organisation sind: Sie können ’was ändern! Wer weiß, dass er eine Strafe bekommt, der unternimmt auch ’was.“

„Der einzige Grund, warum die UEFA der Slowakei aufgetragen hat, das nächste Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen, ist die Hoffnung, das sich dadurch etwas ändert. Da die Slowakei nicht möchte, dass dies wieder vorkommt, wird sie entsprechend handeln.“

„Die Frage der Vollstreckung ist in ihrer Gesamtheit von entscheidender Bedeutung. Die Leute müssen wissen, was als akzeptables Verhalten angesehen wird, welche Standards den Zutritt zu unseren Stadien regeln. Sie müssen unsere Erwartungen bezüglich der Einhaltung von Vorschriften kennen. Und sie müssen sich im Klaren sein, was passiert, wenn sie sich nicht daran halten. Das sind sehr starke Botschaften, die mittlerweile von den Vereinen an die Fans ausgesendet werden, und diese Botschaften müssen in allen Ligen – sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich – ständig vermittelt werden.“ Lord Herman Ouseley (Kick It Out & FARE).

Ziel der Konferenz war es, den Verbänden eine Möglichkeit zur Erörterung praktischer Maßnahmen für die Bekämpfung von Rassismus im Fußball zu geben. Es wurde Sorge dafür getragen, dass die Konferenz nicht eine weitere „Laberveranstaltung“ wird. Erfahrene Antirassismusgruppen nahmen an den Workshops, um praktische Beispiele vorzustellen und die Diskussion über künftige Aktivitäten anzuregen. Hoffentlich wird die Veranstaltung als „Sprungbrett für weitere Aktionen in ganz Europa“ dienen.

„Die Frage ist jetzt: Was machen wir mit dem Feedback aus der Konferenz? Was kommt als nächster Schritt, damit die Konferenz nicht einfach hier zu Ende geht und nichts passiert? Es geht uns alle an. Wir müssen mehrere neue Elemente in den Leitfaden zur Bekämpfung des Rassismus im Fußball einbauen, der in Zukunft als Arbeitsinstrument in ganz Europa dienen soll. Natürlich werden wir unserem Exekutivkomitee und insbesondere unserem Präsidenten über diese Konferenz detailliert Bericht erstatten. Wir werden weiterhin mit FARE zusammenarbeiten und gemeinsam die Methoden definieren, mit denen wir die möglichen Fortschritte kontrollieren können.“

„Zusammen können wir es schaffen. Zusammen können wir etwas ändern. Vereinen wir uns gegen Rassismus!“ Gerhard Aigner (CEO of UEFA).

FARE und UEFA haben ein Handbuch für gute Verhaltensregeln herausgebracht. Klicken Sie hier, um die pdf-Datei herunterzuladen (50KB)

Unter den Referenten auf der Konferenz waren:

  • Per Omdal, UEFA-Vizepräsident;
  • Gerhard Aigner, UEFA-Chefdirektor;
  • David Dein, FC Arsenal und stell. Vorsitzender des englischen Fußballverbands;
  • David Davies, komm. Chefdirektor des englischen Fußballverbands;
  • Frantisek Laurinec, Präsident des slowakischen Fußballverbands;
  • Dr. h.c. Alfred Sengle, DFB-Vizepräsident;
  • Ken Bates, Vorsitzender des FC Chelsea;
  • Piara Powar, Nationaler Koordinator bei Kick It Out/FARE;
  • Garth Crooks, Ex-Profi und Sportmoderator;
  • Paul Elliott, Ex-Profi und Aktivist;
  • Gordon Taylor, Chef der englischen Spielergewerkschaft PFA, sowie mehrere Topspieler aus der FA Premier League.