„Wurde während des Spiels als Indio beschimpft“15 Februar 2010

Interview mit Alberto Rodríguez

Im lateinamerikanischen Fußball drückt sich Rassismus in einem Wort aus: Indio. Alberto Rodríguez, einer der hervorragendsten Verteidiger den México hervorgebracht hat, schildert seine Erfahrungen mit Rassismus, die er in seiner bisherigen Fußballerkarriere gemacht hat.

Alberto Rodríguez ist derzeit bei CD Cruz Azul aus der Hauptstadt México City unter Vertrag und spielte bis 2006 regelmäßig für das mexikanische Nationalteam, unter anderem gehörte er dem Kader für die WM 2002 an.

Frage: Wie hast du Rassismus im Fußball erlebt?

Rassismus ist im lateinamerikanischen Fußball sehr präsent.
Eine der Erfahrungen die mich am meisten geprägt hat, war jene bei der Copa Libertadores, bei dem mich das Publikum durchgehend und während des ganzen Spieles mit „Indio“ – Rufen ausgebuht hat.

Warum gibt es rassistische Angriffe im Fußball?

Der Rassismus in Mexico und ganz Lateinamerika kommt dann verstärkt zum Tragen, wenn eine der Mannschaften am Verlieren ist. Wir Lateinamerikaner sind es nicht gewohnt zu verlieren. Das Nicht-Verlieren-Können macht uns verrückt und bringt uns dazu, die gegnerische Mannschaft und deren Anhänger zu beschimpfen und das macht uns zu Rassisten.

Was hältst du von Antirassismusaktion wie jenen des Netzwerks FARE?

Ich hoffe, dass FARE oder „Sauberes Spiel“, wie wir es in México nennen, mit seinen Aktionen weltweit weitermacht. Ich glaube, diese Aktionen führen zu einer Sensibilisierung der Anhänger und oft auch zu einer Reflexion der Spieler.

Was bedeutet das Tor?

Das Tor ist der Geist des Fußballspiels, das Größte, es ist die Ekstase eines Spiels, und noch mehr, wenn du gewinnst. Aber vor allem ist es der Höhepunkt für den Anhänger.

Wie kann der Rassismus im lateinamerikanischen Fußball beseitigt werden?

Wir müssen lernen zu Verlieren und den Sieg der anderen zu respektieren um diesem Rassismus ein Ende zu setzen, den wir oft dann manifestieren, wenn wir verlieren und uns unterlegen fühlen.

Interview: Oscar Sánchez