FIFA stimmt der Aufhebung des Kopftuchverbots zu05 März 2012

Die FIFA hat der Aufhebung des Kopftuchverbots zugestimmt, nachdem das International Football Association Board (IFAB) nunmehr von der Notwendigkeit dieses Schritts überzeugt ist. Kopftücher werden von islamischen Spielerinnen beim Fußball getragen.

Muslimische Frauen dürfen ab Juli das Kopftuch bei internationalen Fußballspielen tragen.

Das jüngste Mitglied des Exekutivkomitees der FIFA, Prinz Ali Bin Al-Hussein von Jordanien – hat sich maßgeblich für die Aufhebung des aus sicherheitstechnischen Gründen auferlegten Verbots zum Tragen des Hidschabs eingesetzt und führte eine reißverschlusslose, mit Klettverschlüssen ausgestattete Version des Kopftuchs vor, die als sicher eingestuft wurde. Die Aufhebung des Kopftuchverbots erfolgt bis zum Abschluss von Tests der Klettverschluss-Variante des Kopftuchs zunächst vorläufig.

Prinz Ali dürfte die Unterstützung vom Vorsitzenden des englischen Fußballverbands David Bernstein bekommen haben, der die Sitzung geleitet hat, um sicherzustellen, dass der Fall ausreichend Gehör findet.

Unterstützung der Aufhebung des Verbots
Die Initiative zur Aufhebung des Verbots, das viele muslimische Frauen von der Ausübung des Fußballsport ausgeschlossen hat, wurde außerdem vom Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport, Wilfried Lemke, der internationalen Spielervereinigung FIFPro und dem FARE-Netzwerk unterstützt.

Das Kopftuchverbot gelangte letzten Sommer in die Schlagzeilen, als die iranische Frauennationalmannschaft bei der Qualifikation für die Olympischen Spiele ausscheiden musste, nachdem die Spielerinnen das Ablegen ihrer Kopftücher verweigert hatten.

Nur einen Tag später übernahm Prinz Ali sein Amt im FIFA-Exekutivkomitee, und da sich dieser Vorfall in seinem Heimatland Jordanien ereignet hatte, startete er eine persönliche Kampagne, um die Menschen zum Umdenken zu bewegen.

„Ich bin zutiefst dankbar, dass der Vorschlag, den Frauen das Tragen eines Kopftuchs beim Fußball zu erlauben, einstimmig von allen Mitgliedern des IFAB verabschiedet wurde“, sagte der Prinz den Journalisten nach der heutigen Anhörung.

„Ich bin zuversichtlich, dass nach der abschließenden Entscheidung anlässlich einer Sondersitzung des IFAB im Juli viele erfreute Spielerinnen auf die Fußballfelder zurückkehren und wieder dem Sport nachgehen werden, den wir alle lieben.“

FIFA sagt, es war eine „Fußballentscheidung“
Der FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke legte Wert auf die Feststellung, dass die FIFA nicht zur Unterstützung einer Haltungsänderung gedrängt wurde.

„Wir haben zahlreiche Schreiben aus aller Welt erhalten, aber das war nicht die Entscheidungsgrundlage“, sagte er.

„Die Entscheidung basierte auf einem Bericht und auf der Einstellung der vier Mitglieder und der FIFA in dieser Angelegenheit und hatte nichts damit zu tun, was die Vereinten Nationen der FIFA mitgeteilt haben.

„Wir sprechen gegenüber den Vereinten Nationen ja auch nicht über Syrien. Es war eine reine Fußballangelegenheit.“