FARE verlangt Übernahme der Führungsrolle seitens des spanischen Fußballverbands08 März 2006

Vertreter des FARE-Netzwerks (Football Against Racism in Europe) und FIFPro, der weltweiten Vertretungsorganisation für alle Profispieler, nahmen an einer Pressekonferenz teil, die von der spanischen Koalition gegen den Rassismus CECRA anberaumt worden war. Hierbei sollten unmissverständliche Äußerungen den spanischen Fußballverband (RFEF) dazu aufrufen, endlich Stellung zu beziehen und gegen den Rassismus im Fußball vorzugehen.

Die Pressekonferenz, die am vergangenen Mittwoch vor dem Länderspiel zwischen Spanien und der Elfenbeinküste in Valladolid stattfand, wurde aufgrund mehrerer problematischer Zwischenfälle im spanischen Fußball einberufen. Der jüngste Fall dieser Art ereignete sich beim Spiel zwischen Real Zaragoza und Barcelona am 25. Februar. Barcelonas Stürmer Samuel Eto’o wurde hierbei mit Affengeschrei-Sprechchören aus dem Publikum beleidigt und von Teilen der Zaragoza-Fans mit Erdnüssen beworfen.

Wenn der RFEF nicht endlich anerkennt, dass Rassismus im spanischen Fußball ein ernsthaftes Problem darstellt – so lautete die Befürchtung aller drei teilnehmenden Organisationen – werden immer mehr schwarze Spieler Beschimpfungen über sich ergehen lassen müssen und vielleicht überhaupt nicht mehr in den Spanischen Ligen spielen wollen.

Carlos Ferreyra Nuñez von der spanischen Koalition gegen den Rassismus (CECRA) forderte die spanische Spielergewerkschaft AFE auf, ihre Mitglieder zu bitten, den Anpfiff der Spiele am kommenden Wochenende aus Protest gegen Rassismus im Fußball und als Zeichen der Solidarität mit Eto’o um 5 Minuten zu verschieben.

Howard Holmes vom englischen FARE-Partner „Football Unites, Racism Divides“ nahm an der Pressekonferenz teil und gab folgenden Kommentar ab:

„Die schrecklichen Schmähungen von Samuel Eto'o am letzten Samstag und seine Reaktion darauf haben hoffentlich endlich einige Leute wachgerüttelt und ihnen den Ernst der Lage bewusst gemacht. Vor dem Länderspiel zwischen Spanien und der Elfenbeinküste stellten sich beide Mannschaften hinter einem Transparent mit der Aufschrift 'Alle gemeinsam gegen Rassismus im Fußball' auf. In der Halbzeitpause war auf der gesamten Bandenwerbefläche eine Botschaft der CECRA gegen den Rassismus zu lesen. Auch die Sportzeitung 'Marca' hat jetzt eine Kampagne gegen Rassismus gestartet.“

„Aber um echte Fortschritte machen zu können, muss der spanische Fußballverband RFEF erst einmal die Schwere des Problems erkennen und begreifen, dass dieses Problem dem Fußball großen Schaden zufügen kann. Im Kampf gegen den Rassismus ist die Übernahme der Führungsrolle ein absolutes Muss, denn sobald der gegenwärtige Begeisterungstaumel vorüber ist, wird sich die Situation im spanischen Fußball weiter verschlimmern, wenn sich die leitenden Verbände nicht ihrer Verantwortung stellen.“