FARE fordert Taten gegen Rassismus im Spanischen Fußball19 November 2004

Das europaweite Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE) fordert die FIFA auf, weitgreifende Maßnahmen gegen den herrschenden Rassismus im spanischen Fußball zu setzen, damit Vorkommnissen, wie jenen am Mittwoch beim freundschaftlichen Länderspiel gegen England, effektiv entgegen gewirkt werden kann. FARE fordert den Ausschluss spanischer Teilnehmer von allen Fußballwettbewerben, solange der spanische Fußballverband keine klaren Zeichen setzt, um die Ernsthaftigkeit des Rassismusproblems im spanischen Fußball und den Willen zum Handeln zu unterstreichen.

Beobachter des englischen FARE Partners Kick It Out und Kollegen der Spanischen NGO CERCRA waren im Stadion vor Ort und werden Ihre Berichte an die UEFA und die FIFA weiterleiten. Das Schreiben wird auch die Berichte des englischen Fußballverbands enthalten.

Die ExpertInnen von FARE sind der Meinung, dass das Ausmaß und der Grad der rassistischen Beleidigungen, gemessen an der jüngeren Geschichte des europäischen Fußballs, beispiellos sind. Ein Spielabbruch durch den Schiedsrichter oder durch ein gemeinsames Verlassen des Spielfeldes durch die englische Mannschaft wäre nach Einschätzung der Beobachter vor Ort zweifelsohne berechtigt gewesen.

Piara Powar, Leiter von Kick It Out meint:
„Wir sind davon überzeugt, dass der unangebrachte, verharmlosende Umgang des spanischen Fußballverbandes mit den Äußerungen von Nationalmannschafts Trainer Luis Aragones zu den Geschehnissen am Mittwoch negativ beigetragen hat. Spanien ist eine der größten Fußballnationen, aber die spanischen Fußballverantwortlichen, die Medien und viele Fans halten die Augen geschlossen, wenn es um Rassismus geht.

Aragones Aussagen zeigen uns, wie dringend Spanien, aber auch anderer europäische Fußballnationen die Zusammenarbeit mit unseren FARE Partnern suchen sollten, um Vorkommnisse wie die der letzten Nacht nicht noch einmal erleben zu müssen.

Jetzt ist es die Pflicht der FIFA, Aktionen zu setzen. An ihrem jetzigen Verhalten wird gemessen werden, wie ernst sie ihren Auftrag nimmt, den Rassismus aus den Stadien zu verbannen.“

Michael Fanizadeh von FairPlay-vidc, dem FARE Koordinationsbüro in Wien, ruft ebenfalls zur Tat:
„Was wir jetzt brauchen sind starke Bemühungen von denjenigen, die für das Spiel in Spanien verantwortlich sind. FARE macht den Anfang und ruft alle auf: Antirassismus AktivistInnen, Fans, JugendarbeiterInnen, aber auch die Spanische Regierung, die Liga und den Fußballverband. Taten müssen gesetzt werden, auf allen Ebenen des Spiels und alle gemeinsam im Kampf gegen den Rassismus im Spanischen Fußball.

Was wir vor allem erwarten, sind Maßnahmen des spanischen Fußballverbands und der FIFA, denn sie sind die Verantwortlichen für die Organisation und Durchführung des Freundschaftsspiels am Mittwoch.”