FARE wird mit europäischem Anti-Rassismus-Preis ausgezeichnet01 November 2003

Das FARE-Netzwerk ist für seinen beispielhaften Einsatz gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus mit dem mit 10.000 Euro dotierten Jean-Kahn-Preis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde zum ersten Mal von der in Wien ansässigen Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) sowie der Evens Foundation gestiftet. Besonders beeindruckt wurde die Jury von der innovativen Arbeit von FARE im Bereich des Fußballs, die Aufklärungs- und Bildungsarbeit auf lokaler und europäischer Ebene umfasst.

Die Auszeichnung wurde am 29. Oktober 2003 in Wien vom Fernsehmoderator und ehemaligen Bundesligaprofi und ghanaischen Nationalspieler Anthony Baffoe in Namen von FARE entgegen genommen. In seiner Rede sprach Baffoe von seinen eigenen Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland, Frankreich, Venezuela und Hongkong: “ Wenn es FARE damals schon gegeben hätte, wäre es für mich und die anderen schwarzen Profis viel einfacher gewesen.” Baffoe, der es als erster Schwarze schaffte, Moderator einer Sportsendung im deutschen Fernsehen zu werden, sagte außerdem, dass auch heute viele Fußballer nicht wagten, aktiv gegen den Rassismus aufzutreten, weil sie befürchteten, damit ihre Fans oder Trainer zu vergraulen.

Der Schirmherr der Auszeichnung ist der 74-jährige erste Vorsitzende der EUMC und Präsident des Zentralrats der Juden in Frankreich Jean Kahn. In einer emotionalen Rede mahnte er zu ständiger Wachsamkeit gegenüber Rassismus und Ausländerfeindlichkeit: „Dieser Kampf wird nie vorbei sein, denn wenn die eine Form des Rassismus verschwindet, taucht schon wieder die nächste auf.“

Es bleibt noch viel zu tun
„Die prominenten Übergriffe auf internationalen und nationalen Ebenen der letzten Zeit erinnern uns lediglich, wie viel wir noch zu tun haben“, sagte EUMC-Vorsitzender und ehemaliger Schiedsrichter Bob Purkiss bei der Preisverleihung. „Ich bin sicher, dass FARE als europäisches Netzwerk mit seinen vielfältigen Kontakten zu den wichtigsten Akteuren garantiert, dass dieses Problem effektiv bekämpft wird. Seine Arbeit an der Basis und auf europäischer Ebene zeigt die Art von umfassendem Zugang, der notwendig ist, um diese Probleme anzugehen und der eine unmittelbare Auswirkung auf die Erhöhung der Bewusstseinsbildung hat.“

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro sowie die Preisskulptur wurden von Anthony Baffoe an die Vertreter des FARE-Netzwerks, die Herren Rafal Pankowski von der polnischen Organisation „Nie Wieder“ und Gerd Dembowski vom deutschen Bündnis Aktiver Fußball-Fans BAFF sowie drei Mitarbeiter des FARE-Koordinierungsbüros beim Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit, direkt weitergereicht.

Anerkennungspreise erhielten die britische Initiative PRIAE, die sich mit der besonderen Situation älterer Migranten auseinandersetzt sowie Quick Response aus Schweden, die Medienbeobachtung betreibt und Journalisten auf Vorurteile und Stereotypen in der Berichterstattung hinweist.

Dritte große Auszeichnung für FARE
FARE ist ein fanorientiertes Netzwerk, bei dem mehr als 70 Fanclubs, Antirassismus-Initiativen und Migrantenorganisationen aus 18 europäischen Ländern mittels Kampagnenarbeit und Bewusstseinsbildung aktiv sind. Ein Beispiel ist die jährliche FARE Aktionswoche, die in diesem Jahr über 300 Aktivitäten in 24 Ländern umfasste. Weitere Schwerpunkte sind Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Lobbying und Netzwerkbildung. Seit seiner offiziellen Präsentation 2000 hat FARE eine Reihe von Preisen für seine Arbeit erhalten, beispielsweise 2001 eine Million Schweizer Franken vom europäischen Fußballverband UEFA sowie 2002 den MTV „Free your Mind Award“.