Europa vereint in der FARE-Aktionswoche23 Oktober 2009

Im Rahmen der FARE-Aktionswoche fanden auf dem gesamten Kontinent Aktionen statt, von Dienstag bis Donnerstag beteiligten sich alle Vereine der Gruppenphase der UEFA Champions League und der UEFA Europa League an der Kampagne ‘Vereint gegen Rassismus’, und das kommende Wochenende verspricht noch vieles mehr.

Lord Herman Ouseley, Vorsitzender von Kick It Out, einer Mitgliedsorganisation von FARE in Großbritannien, dazu:
Der Beitrag, den die Uefa zu den FARE-Aktionswochen mit ihren Aktivitäten bei den Spielen der Champions League und der Europa League während der vergangenen Woche geleistet hat, hat den vielen Aktionen, die von nationalen Verbänden und Basisaktivisten organisiert werden, einen deutlichen Auftrieb gegeben..

Im Fußball haben wir das Medium, durch das wir direkt mit allen Teilen der Bevölkerung, gleich aus welcher Region und mit welchen Hintergrund, in Kontakt kommen und sie verbindlich ansprechen können. Deutlich sichtbare Botschaften, wie wir sie im Rahmen der Aktionswoche gesehen haben, sind von essenzieller Bedeutung, um sicher zu gehen, dass die anti-diskriminierende Botschaft effektiv Gehör findet.

Ich begrüße, dass die UEFA durch die vielen Initiativen, an denen sie direkt oder indirekt beteiligt ist, eine wichtige Rolle dabei spielt, dem Fußball eine Führungsposition in Bezug auf diese Problematik zu geben. Michel Platini, David Taylor und ihrem Team in Nyon gebührt ein großes Lob für ihre Arbeit.

‘Pionierarbeit’
Ein echtes Pionierprojekt findet in Irland statt; es verbindet die Probleme von Rassismus und Homophobie und identifiziert diese als 'enge Verwandte', um so eine Kampagne im Kontext des UEFA Respect Programms zu formulieren. Es wurde eine strategische Allianz zwischen Insaka-Ireland AFC, dem Fußballverein des the All Africa Youth Movement in Irland, und dem Dublin Devils FC, Irlands einzigem schwulen Fußballverein gebildet. Die strategische Allianz wird im Rahmen eines besonderen Freundschaftsspiels, dessen Gastgeber die Law Society of Ireland sein wird, begründet. Die Veranstaltung findet am Samstag, dem 24. Oktober statt.

In Großbritannien wird die in Sheffield ansässige Football Unites Racism Divides, eine der FARE-Gründungsorganisationen, eine Veranstaltung zum Gedenken an Ahmed Hassan durchführen, der tragischerweise bei einem Autounfall auf dem Rückweg von einer FURD-Veranstaltung in Italien ums Leben gekommen ist. Das Turnier 'Remember Ahmed' ist ein Fußballturnier, das seine Freunde und Mannschaftskameraden zu Ehren ihres verstorbenen Freundes organisieren.

Derweil beteiligen sich in Schottland alle Profiklubs an Aktionen über einen Zeitraum von zwei Wochen. Vor Kurzem wurde der Rangers-Mittelfeldspieler Maurice Edu seinen Angaben nach mit rassistischen Schmähungen durch Fans seiner eigenen Mannschaft konfrontiert; dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung der Aktionswoche.

Promotionpaket
Die LFP und die französische Antidiskriminierungsorganisation LICRA haben ein Promotionpaket an alle Vereine der 1. und 2. Liga geschickt. Die Klubs wurden dazu aufgerufen, dieses bei ihren Ligaspielen einzusetzen. Von den Stadionsprechern und den Mannschaftskapitänen werden vor dem Spiel Botschaften verlesen und es werden rote Karten mit der Aufschrift „Football Against Racism“ gezeigt, wenn die Spieler den Rasen betreten.

In Russland wird der Erstligaklub FC Zenit St. Petersburg eine antirassistische Demonstration durchführen, indem ein FARE-Banner vor dem Spiel gegen FC Nalchik am Sonntag gezeigt wird. Der Fanklub des FC Zenit hat ein multiethnisches Turnier organisiert und wird sich vor dem Spiel mit Fans des tschetschenischen Vereins treffen. Der sehr aktive Fanklub wird außerdem Vertreter von Organisationen ethnischer Minderheiten zu dem Ligaspiel einladen.

In Italien werden die Spieler beider Mannschaften vor der Begegnung Hellas Verona gegen Pescina VG ein Banner gegen Rassismus entrollen, das für die gesamte Spielzeit im Stadion bleiben wird, gemeinsam mit dem der letzten Saison. Hellas Verona ist seit über einem Jahr im FARE-Netzwerk aktiv und organisiert Fotowettbewerbe und Aufklärungsarbeit für die Fans.

In Nordirland haben der Institute FC und Derry City FC gemeinsam eine Veranstaltung organisiert, bei der über 50 Kinder und Erwachsene aus den jeweiligen Klubs gemeinsam mit Kindern und Erwachsenen anderer ethnischer Hintergründe zwanglose Trainings absolvierten und an „Fußball für Alle“ Workshops teilnahmen, um das gegenseitige Verständnis zu fördern und die Vielfalt in der Stadt zu zelebrieren.

In der Ukraine werden Botschaften gegen Rassismus im Fußball vor jedem Spielbeginn gezeigt und Aufkleber unter den Fans verteilt. Den Stewards werden außerdem bei jedem Spiel Flyer mit Listen von rassistischen und diskriminierenden Symbolen ausgehändigt. Die Stewards können so dieses Zeichen identifizieren und potenzielle Probleme verhindern.

‘Alle Farben sind schön’
In Griechenland hat die Superleague für die FARE-Aktionswoche ein Team mit dem Black European Women’s Council (Dachorganisation schwarzer Frauen in Europa) gebildet, um ein multikulturelles Zeichen im Sinne des diesjährigen Slogans “All Colours Are Beautiful!” (Alle Farben sind schön) zu setzen. In acht Stadien in ganz Griechenland mit 16 Mannschaften und 24 Schiedsrichtern trugen alle Spieler vielfarbige T-Shirts mit dem Statement “red card to racism and violence” (Rote Karte für Rassismus und Gewalt) und wurden von Kindern aus den Philippinen, Bangladesh, Russland, Ägypten, Afrika, Afghanistan und Griechenland aufs Spielfeld eskortiert.

In Israel haben der New Israel Fund (NIF) und der israelische Fußballverband die FARE-Aktionswoche mit einer Serie von Veranstaltungen vor und während des Premier-League-Spiels von Hapoel Beer Sheva gegen Maccabi Haifa gestartet. Israelische Kinder, Fans beider Mannschaften, sowohl Juden als auch Araber, im Land geborene und Immigranten spielten zur Eröffnung der Aktionswoche ein Freundschaftsspiel in Beer Sheva. In einer antirassistischen Zeremonie vor dem Spiel sprachen sich die Spieler beider Mannschaften gegen Rassismus aus und lobten, wie der Fußball unterschiedliche Menschen zusammen bringt.
Der langjährige Verteidiger bei Maccabi Haifa, Alon Harazi sagt hierzu:
Ich bin stolz darauf, dass unser Team aus fünf moslemischen Spielern, sechs Spielern und einem Co-Trainer, die Christen sind, un zum Rest aus Juden besteht. Wir fühlen uns auf dem Platz und außerhalb des Platzes alle wie eine Familie.