Eto'o: – FARE fordert den spanischen Fußballverband dazu auf, gegen Rassisten tätig zu werden27 Februar 2006

Das Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE) ist überzeugt, dass das Rassismus- Problem im spanischen Fußball weiter eskalieren wird, solange die Ernsthaftigkeit des Problems vom spanischen Fußballverband (RFEF) nicht erkannt wird.

Die Befürchtungen sind aufgrund einer Reihe von Vorfällen im spanischen Fußball, wie zuletzt am 25.02.2006 beim Spiel zwischen Real Saragossa und dem FC Barcelona, als Barcelona-Stürmer Samuel Eto'o durch Teile des Heimpublikums mit lautem Affengeschrei beleidigt und mit Erdnüssen beworfen wurde, nicht unbegründet.

Der afrikanische Fußballer des Jahres wollte bereits 14 Minuten vor Schluss das Spielfeld verlassen, wurde jedoch von seinen Mitspielern und seinem Trainer zum Weiterspielen überredet.

Vor dem Testspiel der spanischen Nationalmannschaft gegen den afrikanischen WM-Vertreter Elfenbeinküste am kommenden Mittwoch (01.03.2006) in Spanien fordert FARE den RFEF jetzt dazu auf, ein sichtbares Zeichen ihrer Absicht, gegen den Rassismus im spanischen Fußball vorzugehen, zu geben.

An der UEFA-Konferenz gegen Rassismus im Fußball, die Anfang Februar in Barcelona stattfand, sagte der spanische Verbandspräsident in seiner Abschlussrede, dass dem Problem nicht zu viel Aufmerksamkeit geschenkt werden solle, da man „aus einer Mücke keinen Elefanten machen“ solle.

FARE ist der Auffassung, dass eine solche Einstellung zu einer Eskalierung der rassistischen Vorfälle in Spanien führt.

Piara Powar, Leiter der britischen Kampagne „Kick It Out“, sagte:
„Der spanische Fußballverband muss dringlichst einen klaren Aktionsplan zur Bekämpfung dieses Problems darlegen. Wenn einer der besten schwarzen Spieler der Welt, der zum Fußballer des Jahres in Afrika gewählt wurde, in einem der wichtigsten Ligen der Welt derart rassistisch beleidigt wird, dann muss man sich um die Zukunft des Fußballs sorgen.“

Der brasilianische Nationalspieler Ronaldinho unterstützte die Aktion seiner Mannschaftskollegen und forderte die Verbände dazu auf, ihre Aktivitäten im Kampf gegen Rassismus zu intensivieren.

„Ich wäre mit Eto'o auch vom Platz gegangen, so schlimm waren die Beleidigungen gegen ihn im gesamten Spiel. So darf es nicht weitergehen. Wir müssen versuchen, diese Sachen aus den Stadien zu verbannen.“

Real Saragossa wurde während der letzten Saison vom RFEF mit einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro RFEF belegt, nachdem Teile des Publikums Eto'o mit rassistischen Schmährufen bedacht hatten. Außerdem wurde der Verein Anfang Februar wegen rassistischer Beleidigungen des bei Real Betis unter Vertrag stehenden brasilianischen Stürmer Robert zur Zahlung einer ähnlich hohen Geldstrafe verurteilt.