OSTEUROPA-MONITORING-ZENTRUM IN WARSCHAU NIMMT SEINE ARBEIT AUF04 Oktober 2009

Das antirassistische Osteuropa-Monitoring-Zentrum nimmt in diesem Monat seine Arbeit in Warschau auf. Das neu gegründete Zentrum befasst sich mit der Beobachtung, Recherche und Dokumentation von Fällen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der Region, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Polen und der Ukraine liegen wird.

„Der wachsende soziale Stellenwert des Fußballs in Polen und der Ukraine im Vorfeld von 2012 biete eine exzellente Gelegenheit, die drängenden Probleme von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Osteuropa zu beleuchten“, erklärt der Soziologe Dr. Rafal Pankowski, Koordinator des Monitoring-Zentrums. „Unser Ausgangspunkt ist der Rassismus im Fußball, wir sehen dies jedoch in einem allgemeineren Kontext von Diskriminierung in der gesamten Gesellschaft“, erläutert der stellvertretende Koordinator Jacek Purski.

In vielen osteuropäischen Staaten ist im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte ein Anstieg von Rassismus, Antisemitismus und rechtsextremen politischen Aktivitäten zu verzeichnen. Im gleichen Zeitraum beobachten wir im Fußball, der ja sehr viele soziale Entwicklungen widerspiegelt, in dieser Region offenkundige Beispiele für diese Probleme.

Das Zentrum ist Teil des auf drei Jahre angelegten FARE Osteuropa-Entwicklungsprojekts, das von der UEFA im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine finanziert wird. Die Kernziele des Projekts lauten:

– Unterstützung der Vorbereitung der Euro 2012 und Anti-Diskriminierungsaktivitäten durch Trainingsprogramme, Lobbying-Aktivitäten und Partnerschaften mit Verbänden, lokalen Organisationskomitees und Austragungsstädten,
– Begleitung und Kompetenzaufbau mit und für Gemeinschaften ethnischer Minderheiten, um Diskriminierung zu bekämpfen,
– Stärkung des Profils von FARE (Fußball gegen Rassismus in Europa) und des Programms Vereint gegen Rassismus und deren Ethos in Osteuropa,
– Aufbau einer Ressourcen- und Kampagnenplattform zur Unterstützung einer langfristigen Antidiskriminierungsarbeit im Fußball in Osteuropa.

Das Projekt wird darüber hinaus seine Länderbasis ausweiten, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf Ungarn und der Slowakei liegen wird. Zahlreiche weitere Staaten, nämlich Rumänien, Bulgarien, Russland, Weißrussland und Moldawien werden ebenfalls beobachtet werden, und auch hier werden bewusstseinsfördernde Aktivitäten erprobt werden.

Das übergreifende Projektmanagement wird geleitet vom Verband 'NEVER AGAIN' in Warschau. Die weiteren Partner im Projektkoordinationsteam sind: People Against Racism in der Slowakei, die Mahatma Gandhi Human Rights Organisation in Ungarn sowie Fairplay in Österreich. Das Projektteam beabsichtigt eine Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren NGOs und Gruppen ethnischer Minderheiten in ganz Osteuropa.