Dänischer Fußballverband will Probleme nicht wahr haben30 November 2004

Der dänische Fußballverband scheint immer noch nicht wahr haben zu wollen, dass es im dänischen Fußball Probleme mit Rassismus gibt. Dieser Umstand ist umso mehr überraschend, da zurzeit in den dänischen Medien eine Debatte über die neuerlichen Auswüchse von Rassismus bei verschiedenen dänischen Vereinen stattfindet.

Laut Verband gibt es kein Problem. Es wird behauptet, dass die Vorfälle der letzten Zeit durch das neugeweckte Interesse der Medien für diese Frage ausgelöst wurden. Verbandspräsident Jim Stjerne Hansen ist der Meinung, dass Rassismus im Fußball toleriert werden muss, da es schon immer so war.
„Mein Kollege war am Dienstag beim Champions-League-Spiel in Madrid und ist gerade zurückgekehrt. Er sagte mir, dass [der britische Fernsehsender] Sky Sports auch da war, weil sie eine Sendung über Rassismus drehen wollten. Ich hatte den Eindruck, dass sie die Gesänge fast selbst ausgelöst hätten“, sagte er.

Hoffnung besteht aber
Zum Glück gibt es Menschen in Dänemark, die diese Frage ernster nehmen. Der FARE-Partner Brøndby mod racisme hat rassistische Vorfälle im eigenen Stadion sowie bei anderen Spielstätten erfasst. Der Vereinsvorsitzende von Brøndby IF Kopenhagen hat die rassistischen Schmährufe verurteilt und zugesichert, dass gegen die Täter Stadionverbot erhoben wird.

Die Gruppe Brøndby mod racisme macht zurzeit bei einer nationalen Medienkampagne mit. Sie fordert den Verband sowie alle dänischen Vereine dazu auf, den von FARE/UEFA lancierten 10-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Rassismus zu unterstützen. Mit Hilfe von FARE brachte die UEFA bereits im Oktober 2002 diesen Aktionsplan heraus. In diesem werden klare Leitlinien für Vereine und Verbände zur Bekämpfung von Rassismus dargelegt. UEFA-Präsident Lennart Johansson sowie der damalige Generaldirektor Gerhard Aigner sagten:
“ Rassismus ist ein echtes Problem für die europäische Fußballfamilie und für das Image des Fußballs generell. Die UEFA hat erkannt, dass es in ihrer Verantwortung liegt, sicherzustellen, dass Rassismus im Fußball keinen Platz hat. Rassismus ist ein Problem für uns alle, das konfrontiert werden muss.”