Österreich und Trinidad & Tobago zeigen Rassismus die Rote Karte15 November 2006

Beim Länderspiel Österreichs gegen den karibischen WM-Teilnehmer Trinidad & Tobago am Mittwoch im Wiener Ernst-Happel-Stadion fällt der Startschuss für ein Aktionsprogramm des ÖFB im Hinblick auf die UEFA EURO 2008. In Partnerschaft mit der Initiative „FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel“ und der UEFA will der ÖFB gewährleisten, dass die EURO ein Event für alle Bevölkerungsgruppen wird.

Spieler, Fans und Künstler im Stadion aktiv
Beide Teams und die Schiedsrichter zeigen bei der Mannschaftaufstellung Rassismus die Rote Karte, begleitet werden sie von Kindern, die ein Transparent mit der Botschaft „Fußball gegen Rassismus“ auf das Feld tragen. Unterstützung erfahren die Akteure auf dem Feld durch eine Fan-Choreographie auf den Tribünen. Im Sektor E werden 2500 Fans und ZuschauerInnen ebenfalls Rote Karten gegen Rassismus präsentieren.

Dem multikulturellen Charakter Spiels gegen die „Soca Warriors“ entsprechend wird im Showblock auch Courtney Jones aus Trinidad & Tobago auftreten. Jones, der seit zehn Jahren in Österreich lebt und einer der gefragtesten Schlagzeuger der Musikszene ist, thematisiert in seiner Musik auch persönliche Erfahrungen mit Rassismus.

„In dem Song ‚When’“, so der Percussion-Künstler, “frage ich mich wann ich akzeptiert und gleich wie jeder andere behandelt werde. Geschrieben habe ich ihn nach einem Erlebnis auf der Straße, ich wurde von älteren Leuten so komisch angeschaut und das schon das zweite Mal an dem Tag. Ich glaube das diese Aktion gegen Rassismus im Stadion die Leute zum Nachdenken bringt“.

Fußball als integratives Vorbild
Stellvertretend für das österreichische Nationalteam beziehen Kapitän Andreas Ivanschitz und Rekordteamspieler Andreas Herzog Stellung: „Wir unterstützen solche Aktionen gerne und mit voller Überzeugung, denn sie sind nach wie vor wichtig. Der Fußball war, ist und soll immer Völker verbindend sein und alle im Stadion – Spieler, Funktionäre und Fans – sollten ein Vorbild sein und Rassismus keinen Platz lassen!“

Auch der in England geborene WM-Torhüter Trinidad & Tobagos, Shaka Hislop, ist von der Aktion überzeugt: „Fußball war in den 1970er Jahren bis zur Mitte der 1980er Jahre eine wahre Brutstätte für Rassismus. Dank solcher Kampagnen und Initiativen hat sich das verändert. Ein großer Schritt vorwärts! Ich wünsche mir, dass die Kinder die diese Aktion sehen, den Gedanken des Antirassismus mit nach Hause nehmen, mit in ihre Schule, in ihren Freundeskreis.“

Workshops im Amateurbereich
Nach der erfolgreichen von FairPlay-vidc in Wien koordinierten FARE Aktionswoche in 37 europäischen Ländern und den österreichweiten FairPlay-Stadionaktionen bei allen Bundesliga und Erste Liga Begegnungen im Oktober, wird jetzt mit dem ÖFB die Antirassismusarbeit im Amateurbereich forciert. Für die ÖFB TrainerInnen- und SchiedsrichterInnenausbildung sind praxisorientierte Workshops und Broschüren in Vorbereitung, um die Kompetenz zu erhöhen werden, bei interkulturellen Konflikten und Rassismusvorfällen angemessen zu reagieren. Weitere Schritte hin zu einer EURO 2008 frei von Rassismus und Diskriminierung sind die Durchführung von Antirassismusworkshops im Nachwuchsbereich und an Schulen sowie integrative Fußballturniere.