Ancona: Initiativen gegen den Rassismus seitens der Stadt und vieler Migrantengruppen24 Oktober 2006

Eine der wichtigsten Initiativen im Rahmen der FARE – Aktionswoche ist zweifellos die Veranstaltung, welche in Ancona vom Sportverband Polisportiva Antirazzista Assata Shakur in Zusammenarbeit mit dem Sportdachverband U.I.S.P Ancona, den Organisationen Ambasciata dei Diritti (Botschaft der Rechte) und Circolo Africa (Afrikazirkel), sowie den lokalen Radiosendern Radio Arancia Network und Radio Conero organisiert wurde.

Am Freitag den 20. Oktober um 21:00 Uhr fand in der „Loggia dei Mercanti“ ein Abend mit dem Titel „Luoghi Antirazzisti“ (Antirassistische Räume) statt. Eine gute Gelegenheit, um sich über das Problem des Rassismus innerhalb und außerhalb der Stadien auszutauschen und direkte Erfahrungsberichte zu sammeln.

Das von Massimo Carboni, TV-Journalist für den staatlichen Sender RAI, moderierte Treffen fing mit den Lobesworten der Organisationen für die Initiative an. „Die von der Polisportiva organisierten Initiativen – erklärten Caterina Di Bitonto (Sportassessorin für die Stadt Ancona) und Daniele Tagliacozzo (ehemaliger Stadtassessor und Gemeinderat) – machen der Stadt Ancona Ehre, obwohl es selbstverständlich viel besser wäre, wenn man eines Tages diese Initiativen nicht mehr brauchen würde!“.

Dann nahmen die Vertreter des FARE Netzwerkes in Italien (Ashley Green und Maurizio Marchi) das Wort, um über die Geburtsstunde des Netzwerkes und den Verlauf der siebten FARE-Aktionswoche zu berichten. Anschließend sprach der Präsident von UISP Ancona, Giovanni Barone, der seit über zwei Jahren mit seinem lokalen Komitee aktiv mit Assata Shakur bei der Vorbereitung von Aktionen gegen den Rassismus zusammenarbeitet, sein Grußwort aus.
Und dann kam der Augenblick der direkten Erfahrungen, erzählt von Nassim Mendil, Stürmer vom AC Ancona, der Boxer Carel Sandon und Francis Alphonsus Jayarajah (Cricket Italienisch National).
Es wurden sodann die Werke „Black Italians“ und „Attacco Antirazzista“ von Mauro Valeri vorgestellt, und der Autor antwortete auf einige Fragen darüber, wie das Buch entstanden ist und wie die heutige Lage aussieht. Mit großem Erfolg wurde ein Filminterview vorgeführt, in dem einige Einwanderer in den Marken ihre Erfahrung in Italien erzählen.

Ancona scheint noch eine Insel der Seeligen zu sein, was die Integration betrifft – so Alessio Abram, einer der Veranstalter – Die Einwanderer haben Probleme eher mit der Arbeitswelt und der Unsicherheit der Arbeitsstelle – genauso wie wir!“.

Die Teilnahme an der Initiative war sehr groß und übertraf sogar die Erwartungen: Etwa zweihundert Leute waren bei der gesamten Veranstaltung mit dabei, und gegenüber den anderen Jahren waren auch deutlich mehr Einwanderer da, darunter die Teilnehmer an das Fußballtournier gegen den Rassismus, das jedes Jahr von Assata Shakur veranstaltet wird. Auch der Journalist Edrissa Sanneh (Idris genannt) war in Ancona erwartet. Er war allerdings verhindert und ein Radiosender übertrug live seine Grüße und Glückswünsche an die Stadt.

Am nächsten Tag (Samstag 21. Oktober) fand ein „multiethnisches“ Minitournier mit vier Mannschaften statt: Eine Mannschaft aus Sudamerika, eine aus Asien, der Mannschaft der Polisportiva und eine gemischte Mannschaft aus Journalisten der Region (Dorica Press).
Der Sieger war Sudamerika, der sich im Finalspiel gegen Asien behaupten konnte.