Aktionswoche im vollem Gange23 Oktober 2004

In der Woche ab dem 22. Oktober wird die 5. FARE-Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung im europäischen Fußball mit einer Reihe öffentlichkeitswirksamer bzw. basisorientierter Veranstaltungen ihren Höhepunkt finden.

Entsprechend dem Schwerpunkt des FARE-Netzwerkes – dem Kampf in Ost- und Mitteleuropa für eine Fußballkultur frei von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung – werden verschiedene Nationalverbände, Vereine und NGOs im Bereich der Menschenrechte an den Aktivitäten teilnehmen.

Rumänische Spitzenvereine machen mit
Der Nationale Rat zur Bekämpfung von Diskriminierung in Rumänien setzt seine Kampagne „Zeigt Rassismus die Rote Karte“ bei den Spielen der ersten Liga fort. An den Stadioneingängen werden große Plakate mit dem Slogan „Wir sind alle ANDERS, wir sind alle GLEICH und wir sind alle ein TEAM! Wir kämpfen gegen Diskriminierung! Macht mit!“ die Zuschauer begrüßen. Bei den Spielen wird es auch Stadiondurchsagen geben. Auch der derzeitige Tabellenführer FC National Bukarest unterstützt die FARE-Aktionswoche: Vor dem Spiel gegen Politehnica Iasi werden die Profispieler rote Karten gegen Rassismus hochhalten. Die Stadtrivalen Rapid sowie Dinamo Bukarest, die auf dem zweiten bzw. dem dritten Tabellenplatz stehen, werden am drauffolgenden Sonntag mit einer ähnlichen Aktion folgen. Die symbolischen Aktionen in den Stadien werden durch bewusstseinsfördernde Workshops in Schulen sowie einen Malwettbewerb begeleitet.

Aktionen in der Slowakei und Ungarn
In der Slowakei wird der nationale Fußballverband zum zweiten Mal bei der FARE-Aktionswoche mitmachen. Bei allen Spielen der 12. Runde der Superleague werden Kinder T-Shirts der Kampagne „Zeigt Rassismus die rote Karte“ tragen und ein Transparent mit der Aufschrift „Fußball ist ein Spiel für alle“ vorstellen. Die Spieler aller 10 Vereine werden dem Rassismus die rote Karte zeigen und Fans werden mittels Stadionsdurchsagen über die Aktion informiert.

Auf Basisebene benutzt die ungarische Menschenrechtsorganisation Mahatma Ghandi den Fußball als Instrument für den interkulturellen Dialog. Sie organisiert eine Reihe von Spielen in Budapest mit dem African Stars FC, der bei der diesjährigen Mondiali Antirazzisti in Italien den zweiten Platz belegte, dem kroatischen Minderheitsteam Red Lions sowie anderen ungarischen Mannschaften. Die Spiele werden durch Vorträge über afrikanische Geschichte und Minderheiten sowie ein umfangreiches Kulturprogramm begleitet.

Dänische Fans übernehmen Verantwortung
In Dänemark, wo es in der vorigen Saison zu mehreren rassistischen Vorfällen kam, werden Fans aktiv, um die Notwendigkeit, den Respekt für Vielfalt im Stadion zu gewährleisten, zu betonen.
Fans vom FC Kopenhagen haben eine antirassistische Erklärung abgegeben, die sie auf verschiedenen Websites wie z.B. dem offiziellen Internetauftritt des Vereins veröffentlicht haben. Beim Heimspiel gegen Viborg FF am 24.10. werden sie antirassistische Aufkleber aushändigen. Beim Spiel zwischen Bröndby Kopenhagen und Odense BK am vergangenen Wochenende verteilte die Initiative „Bröndby Fans Mod Racisme“ Flugblätter und Autogrammkarten mit antirassistischen Botschaften. Außerdem haben sie die Website www.fansmodracisme.dk kreiert, die Informationen in 6 Sprachen anbietet.

Gesamte Österreichische Fußball-Bundesliga an Bord
Die Österreichische Fußball-Bundesliga hat erstmals alle zehn Spiele der T-Mobile Bundesliga und der Ersten Liga dem Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung gewidmet. Als Zeichen der Solidarität werden Kinder T-Shirts mit der Aufschrift „Kick Racism!“ tragen und die Spieler auf das Feld begleiten. Außerdem wird es bei allen Spielen zu Stadiondurchsagen kommen.

Zusammen mit dem FARE-Partner 'FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel' wird der SK Rapid eine FairPlay-Aktion beim 270. Stadtderby gegen den derzeitigen Tabellenführer FK Austria organisieren, bei der beide Mannschaften ihre neuen Transparente gegen Fremdenfeindlichkeit präsentieren werden. Zudem wird auf der Vidiwand der Spot „Fußball verbindet – Rassismus trennt“ gezeigt. Im Stadionmagazin findet sich ein vierseitiges FairPlay-Special, wovon 10.000 Exemplare kostenlos verteilt werden.

Gemeinsam gegen Rassismus in den Niederlanden und in England
Im Zuge des jüngsten rassistischen Vorfalls im niederländischen Fußball wird der PSV Eindhoven beim Spiel gegen Ajax Amsterdam eine starke antirassistische Botschaft aussenden. Während der Mannschaftsaufstellung werden Kinder ein Transparent mit der Aufschrift „PSV gegen Rassismus“ hochhalten. Die Stadionzeitschrift wird auf das Thema hinweisen und eine entsprechende Botschaft wird auf der Vidiwand gezeigt.

In Sheffield werden Mitarbeiter des FARE-Partners 'Football Unites Racism Divides' (FURD) vorm Spiel zwischen Sheffield United und Plymouth Argyle am 23. Oktober antirassistische Poster und Fanzines verteilen. Beim Aufwärmen werden die Spieler T-Shirts von 'Kick It Out' tragen und während der gesamten 90 Minuten werden antirassistische Botschaften auf der Anzeigetafel präsentiert. In der Halbzeitpause findet außerdem ein Spiel zwischen ethnisch diversen Mannschaften, die von FURD gecoacht werden, statt.