8. Internationales FairPlay-Jugendturnier zu Pfingsten in Wien21 Mai 2010

Über 300 Kinder und Jugendliche aus sieben Nationen kicken von 22. bis 24. Mai unter dem Motto „Vienna meets Balkan“ auf der ASKÖ Sportanlage Wasserpark miteinander.

Unter dem Motto „Vienna meets Balkan“ treffen sich fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche von der U10 bis zur U14 im Wasserpark in Wien-Floridsdorf. Das Jugendturnier, das bereits zum achten Mal stattfindet, wird vom Balkan Alpe Adria Projekt (BAAP) in Kooperation mit FairPlay-VIDC und dem Prater SV veranstaltet. Neben Wiener Teams nehmen auch Vereine aus Serbien, Montenegro, Bosnien & Herzegovina und dem Kosovo, sowie aus Ungarn und der Slowakei bei den interkulturellen Jugendfußballturnieren teil, um eine Verbindung zwischen Wiener Nachwuchsteams, den in Wien lebenden MigrantInnen-Gruppen, internationalen Gästen und Teams aus den Nicht-EU-Staaten im Westbalkan zu schaffen, miteinander zu kicken und jede Menge Spaß zu haben.

Schirmherr Branko Bošković unterstützt den „Vienna meets Balkan“-FairPlay Cup:
Das internationale Jugendturnier trägt zu gegenseitigem Verständnis und Respekt bei. Fußball ist ein Sport für alle: es ist egal, woher jemand kommt, welche Hautfarbe oder Religion man hat oder ob man ein Mädchen oder Junge, alt oder jung ist.
Für Branko Bošković, montenegrinischer Nationalteamspieler vom SK Rapid Wien, ist es nicht so wichtig, wer die einzelnen Turniere gewinnen wird, sondern dass das gemeinsame Ziel erreicht wird, Diskriminierung und Nationalismus zu bekämpfen.

FairPlay-Streetkick und Transparent-Malworkshops

Wie schon vergangenes Jahr wird auch diesmal am Sonntag und Montag der FairPlay-Streetkick-Court aufgebaut, um den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, auch abseits des Turniers miteinander in Kontakt zu treten und in gemischten Teams zu kicken. Das FairPlay-Team wird die Teilnehmer/innen auch beim Transparente malen unterstützen, die sie dann im Laufe des Turniers und während der Siegerehrung präsentieren können.

Für das „Vienna meets Balkan“-Turnier wurde zudem ein zweisprachiger FairPlay-Infofolder produziert, der an die Jugendlichen verteilt wird. Ein Infostand bietet Hintergrundinformationen zu den aktuellen Aktivitäten von der österreichischen Antirassismuskampagne „FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel“, dem Balkan Alpe Adria Projekt (BAAP) und dem europäischen Netzwerk „Fußball gegen Rassismus in Europa“ (FARE).

Nachwuchsteam von Inter Bratislava und Jugendliche eines Roma-Teams spielen gemeinsam

Die slowakische FARE-Partnerorganisation Ludia Proti Rasizmu schaffte es, Inter Bratislava und FC Stefanov zusammenzubringen, ein Verein aus einer Region, in der hauptsächlich Roma leben. Beide Vereine stellen gemeinsam ein Team beim Jugendturnier in Wien.

Diese Initiative eines gemeinsamen Jugendteams, das am „Vienna meets Balkan“-Turnier teilnimmt, wird von FARE durch einen speziellen Projektpool für integrative Roma-Projekte gefördert.

Markus Pinter, FairPlay-VIDC:
Der 8. Internationale FairPlay-Cup steht auch heuer ganz im Zeichen des Miteinanders, wir feiern ein Fest für Internationalität und Interkulturalität. In diesen Kontext stehen auch unsere Side-Events: gemeinsam werden von den Spieler/innen mehrsprachige Transparente und Doppelhalter entworfen, beim FairPlay-Streetkick finden sich spontan neue Teams zusammen. Schließlich geht es uns darum, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen.

Football Unites Alpe, Adria and the Balkans

Seit 2006 organisieren FairPlay-VIDC und BAAP Aktivitäten zur Überwindung von Nationalismus und Rassismus am Balkan. Mit Unterstützung der UEFA, FARE und in Kooperation mit den Fußballverbänden in Bosnien & Herzegowina, Montenegro und Serbien werden die Maßnahmen am Balkan weitere drei Jahre bis 2012 fortgesetzt.

Erstmals haben sich die drei Fußballverbände aus Ex-Jugoslawien für ein gemeinsames Projekt in Partnerschaft mit BAAP und FairPlay-VIDC zusammengeschlossen. Sowohl das Jugendturnier in Wien als auch die im Sommer stattfindenden „Balkaniade“-Jugendturniere in Serbien, Montenegro und Bosnien-Herzegovina zielen nicht auf die Teilnahme von Nachwuchsmannschaften der Großklubs ab, sondern ermöglichen kleineren Vereinen interkulturellem Austausch und Kontakte bei internationalen Jugendturnieren.

BAAP-Koordinator Alexander Rakowitz betont die Wichtigkeit einer gemeinsamen Kampagne:
Von Anfang an arbeiteten wir an einem Netzwerk mit Partnern und den wichtigsten Akteuren im Fußball am West-Balkan. Nun können wir die ersten Ergebnisse beobachten. Zum ersten Mal nach den Konflikten und Kriegen im ehemaligen Jugoslawien entwickelten wir mit der Unterstützung der UEFA eine gemeinsame Initiative mit drei Fußballverbänden in der Region. Auch Fußballvereine, lokale Gemeinschaften, NGOs und andere wichtige Akteure sind Teil unseres Netzwerkes im Kampf gegen Diskriminierung und Nationalismus im Fußball am West-Balkan.

Die Aktivitäten konzentrieren sich geographisch auf die Region der beteiligten Verbände Montenegro, Bosnien-Herzegovina und Serbien.

Zusammenfassend versucht das Programm folgende Ziele zu erreichen:
• Fußball als Instrument des interkulturellen Dialogs und Verständnisses zu nutzen
• Fans und Verantwortliche von Nachwuchsteams über die Gefahren von ethnischem Nationalismus und Rassismus aufzuklären
• Nationalismus, insbesondere unter Jugendteams, durch Maßnahmen wie Jugendaustausch und durch die Teilnahme aller Gemeinschaften zu überwinden
• Fußball als Kommunikationsmittel zu nutzen, um eine integrative Botschaft unter Jugendlichen und der Öffentlichkeit zu verbreiten

Die hier beschriebenen Aktivitäten werden von den Fußballverbänden Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegovina, der UEFA, FARE sowie der Stadt Wien gefördert.