Die 10. FARE-Aktionswoche geht zu Ende, aber die Initiativen werden fortgeführt30 Oktober 2009

Die FARE-Aktionswoche endete am Dienstag, 27. Oktober, jedoch werden kommendes Wochenende, wie auch in den vergangenen Jahren, einige Folgeaktivitäten stattfinden.

Schweizer Vereine Young Boys Bern + St. Gallen spielen in Anti-Rassismus-Trikots
Der Schweizer Verein Young Boys Bern gehört zu jenen Vereinen, die während der FARE-Aktionswoche für gewöhnlich kein Heimspiel austragen. Ihr Heimspiel gegen den FC Luzern wird erneut am 01. November stattfinden. Der momentane Tabellenführer der Schweizer Liga hat den Namen seines Sponsors auf den Trikots durch den Slogan „Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus“ ersetzt. Die T-Shirts werden nach dem Spiel versteigert und die aus dieser Versteigerung hervorgehende Geldsumme geht an Fanarbeit Bern, eine Organisation, die sich für eine positive Fankultur einsetzt und vorbeugende Sozialarbeit leistet. Diese Anti-Rassismus-Erklärung des Vereins wurde von der Faninitiative „Gemeinsam gegen Rassismus/HalbZeit” ins Leben gerufen, die sich mit Anti-Rassismus-Organisationen zusammengetan hat, um das neue „FARE-Netzwerk Schweiz“ aufzubauen. Eines ihrer Ziele ist eine engere Zusammenarbeit mit der Schweizer Fussball-Liga. Als Folge daraus hat der FC St. Gallen sich dieser Kampagne angeschlossen und wird bei seinem Auswärtsspiel gegen AC Bellinzona dem Beispiel der YB Bern folgen.

Österreichische und spanische Frauennationalmannschaften laufen gegen Rassismus auf
Zum ersten Mal stellten sich die Frauennationalmannschaften Österreichs und Spaniens bei ihrem Weltmeisterschaftsqualifikationsspiel am Mittwoch (29. Oktober) Abend, kurz nach dem offiziellen Ende der FARE-Aktionswoche, gemeinsam dem Rassismus entgegen. Der österreichische FARE-Partner “FairPlay. Different Colours. One Game” stellte Transparente und rote Karten in spanisch und deutsch zur Verfügung und gab den beiden Mannschaftkapitäninnen „Vereint gegen Rassismus“-Armbinden.

Kurt Wachter, Projektkoordinator des FARE-Koordinationsbüros von FairPlay-vidc in Wien sagte:
Es ist wichtig, dass alle Nationalmannschaften sich an der Anti-Rassismus-Kampagne beteiligen – Frauen, Männer und Jugendliche. Frauenfussball ist der Sport, der in Europa die grösste Zuwachsrate verzeichnen kann. Wir sind stolz darauf, dass wir diese Aktion zusammen mit dem Österreichischen Fussballbund und der Frauennationalmannschaft organisieren konnten.

Für das Freundschaftsspiel zwischen den Männernationalmannschaften Österreichs und Spaniens am 18. November in Wien wird eine ähnliche Aktion organisiert werden.

Nazi-Angriff auf Leipziger Amateur-Fussballverein
Die Bedeutung von Anti-Rassismus-Kampagnen wurde durch Zwischenfälle letzte Woche in Leipzig und Madrid deutlich.

Die deutsche Fussballszene wurde von einem im Voraus geplanten, gewalttätigen Angriff auf Spieler, Funktionäre und Fans des Amateur-Vereins Roter Stern Leipzig durch Neo-Nazis und Hooligans erschüttert. Die Angreifer schienen sich mit Stahlrohren, Steinen und Holzlatten zu bewaffnen, die im Stadion versteckt waren, was auf einen geplanten Angriff hindeutet. Der Angriff begann damit, dass Feuerwerkskörper, Steine und Molotowcocktails auf die Fans von Roter Stern geworfen wurden und eskalierte rasch zu einer ernsthaft gewalttätigen Auseinandersetzung, die sich auch auf das Spielfeld ausweitete und bei der Waffen offen gezeigt wurden. Drei der Fans wurden ernsthaft verletzt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die FARE-Partnerorganisation Colectivo CEPA wurde vom Fanclub von Atletico de Madrid „Señales de Humo“ davon in Kenntnis gesetzt, dass das eigens für die FARE-Aktionswoche entworfene Transparent mit der Aufschrift „Fútbol contra el racismo“ kurz nach der Halbzeitpause von Mitgliedern einer rechtsgerichteten Fangruppe entfernt wurde.

Über eine Million Fans sahen in Zusammenarbeit organisierte Anti-Rassismus-Kampagnen bei UEFA-Wettkämpfen
Am dritten Spieltag, vom 20.-22. Oktober, wohnten über eine Million Menschen den während der beiden Top-Spiele der UEFA Champions League und der UEFA Europa League durchgeführten „Gemeinsam gegen Rassismus”-Aktionen in den Stadien live bei und viele Millionen Menschen mehr verfolgten diese im Fernsehen. 588.000 Zuschauer wohnten den Spielen der UEFA Champions League bei, wovon über 80.000 das Spiel Real Madrid gegen AC Milan sahen. Von den insgesamt 429.000 Zuschauern der Spiele der UEFA Europa League sahen alleine 49.000 das Spiel Shakhtar Donezk gegen FC Toulouse.

Die 10. FARE-Aktionswoche (15.-27. Oktober), die vom FARE-Netzwerk organisiert und von der UEFA unterstützt wurde, umfasste ca. 1.000 Initiativen von Aktivisten, Fans, Vereinen, nationalen Verbänden, Gruppen ethnischer Minderheiten und Jugendgruppen aus ganz Europa. Die FARE-Aktionswoche begann mit Initiativen in neun Ländern und hat sich nun zu ihrem 10. Jubiläum auf 40 Länder ausgeweitet.