Würzburg liegt in Ghana22 Juni 2006

Die Black Stars lösen eine Welle der Euphorie und Freundschaft in ihrem WM-Quartier Würzburg aus.

5000 Menschen feierten beim Festival „Umsonst & Draußen“ auf den Mainwiesen in Würzburg die „Helden vom Rhein“, die dem Mitfavoriten auf den Weltmeistertitel, der Tschechischen Republik beim Spiel am vergangenen Samstag, mehr als nur Paroli geboten und in Köln den ersten Sieg des westafrikanischen Landes bei einer WM geholt hatten. Bereits nach dem Spiel war es zu einem Freudenzug Würzburger und Ghanaischer Fans durch die Stadt Richtung Mannschaftshotel gekommen.

Am Sonntag Nachmittag hatten die Black Stars dann ihren großen Auftritt auf dem Festivalgelände. Wie die Mainpost berichtet, spielte ein Orchester die ghanaische Nationalhymne, kurz darauf betraten die Black Stars die Festivalbühne. Das Würzburger Publikum schwenkte grün-gelb-rote Fahnen und applaudierte tosend, während die Spieler einzeln ihr Bad in der Menge genossen. „Ghana, Ghana“-Sprechchöre und Trommler sorgten für Festtagsstimmung, Ex-Nationalspieler Anthony Yeboah tanzte ausgelassen mit der Mannschaft.

„Das sind ja afrikanische Verhältnisse“, zeigte sich Teambetreuer und FARE Botschafter Anthony Baffoe beeindruckt, „Wir vermissen Ghana überhaupt nicht“, dankte der Präsident des ghanaischen Fußballverbandes, Kwesi Nyantakyi, am Rande des rund 20-minütigen Besuchs auf dem Festival den WürzburgerInnen für die herzliche Unterstützung.

Die drückte auch Würzburgs Oberbürgermeisterin Pia Beckmann aus:
„Wir alle drücken Euch die Daumen. Es scheint, je länger Ihr hier bleibt, umso erfolgreicher werdet ihr“, meinte Beckmann, bevor sie mit viel Pathos anfügte: „Die Black Stars sind die strahlenden Lichter von Würzburg.“

Sollte Ghanas Fußball-Nationalmannschaft nach dem letzten Gruppenspiel gegen die USA ins Achtelfinale einziehen, will sie ihr WM-Quartier in Würzburg behalten und nicht umziehen. „Wir fühlen uns wohl und sind hier zu Hause“, sagte Trainer Ratomir Dujkovic am Montag am Rande einer Pressekonferenz. Die Ghanaer wollen sich bei der FIFA dafür einsetzen, in Würzburg bleiben zu können.