Klare Kampfansage an Rassismus04 März 2009

Die dritte Unite-Against-Racism-Konferenz in Warschau ist mit einem eindeutigen Beschluss aller Beteiligten zu Ende gegangen: Der Kampf gegen Diskriminierung und Intoleranz im Fußball muss mit aller Härte fortgesetzt werden, besonders um für jüngere Generationen mit einem guten Beispiel voran zu gehen.

Ideen und Lösungen
UEFA, das FARE-Netzwerk (Fußball gegen Rassismus in Europa) und die internationale Spielervereinigung FIFPro haben sich mit Vertretern von Verbänden, Ligen, Klubs, Spielern, Nicht-Regierungsorganisationen, Medien und der Politik zusammengetan, um Ideen zu teilen, Lösungen zu finden und gemeinsame Aktionen zu starten. Alles wird dafür getan, um ein Übel zu beseitigen, das leider noch immer im Fußball und in der Gesellschaft zu finden ist.

Problem der Gesellschaft
„Rassismus ist nicht nur ein Problem des Fußballs“, so Willi Lemke, UN-Sonderberater für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung und ehemaliger Manager von Werder Bremen. „Rassismus ist auch ein Problem der Gesellschaft – also von uns allen.“

Ausbildung
„Wir als Eltern haben eine Vorbildfunktion, dies trifft nicht nur auf die Fußballstars zu“, erklärte Lemke weiter. „Ausbildung spielt eine sehr wichtige Rolle und wir müssen für unsere Kinder mit gutem Beispiel vorangehen.“ Lemke führte als Beispiel einen Fall an, der sich beim Bundesligaspiel zwischen Bremen und dem VfL Bochum zugetragen hat. Als sich eine kleine Gruppe aus dem Bremer Block daneben benahm, reagierten die restlichen Anhänger sofort und hielten lautstark dagegen. „Ich hatte mal gedacht, dass nur das nächste Spiel und ein gutes Ergebnis zählen“, so Lemke. „Aber ich habe jetzt dazugelernt und weiß, dass es viel wichtiger ist, über den Fußball Freunde zu finden.“

Rolle der Profis
Paul Elliott, ehemaliger Verteidiger von Chelsea FC, Celtic FC und Pisa Calcio, arbeitet mittlerweile in der Unterstützung von Anti-Rassismus-Kampagnen und sieht ebenfalls eine große Notwendigkeit, Jugendliche über die Folgen von Diskriminierung aufzuklären: „Wir müssen uns wie Eltern verhalten und ich muss meine Kinder positiv beeinflussen und ihnen den richtigen Weg weisen. Fußballer haben ebenfalls eine wichtige Rolle inne, weil sie einen großen Einfluss auf Jugendliche haben. Deshalb müssen sie auch weiter Reden in Schulen halten.“

Appell an Fußballfamilie
William Gaillard, Berater des UEFA-Präsidenten Michel Platini, nutzte die Möglichkeit und richtete einen Appell an die ganze Fußballfamilie: „Wir rufen Fußballverbände und Klubs in ganz Europa dazu auf, ihren Teil im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung beizutragen“, sagte er und fügte hinzu, dass Schiedsrichter die volle Unterstützung erhalten, wenn sie gegen rassistisches Verhalten von Fans Maßnahmen ergreifen. „Im November 2007 hat unser Präsident [Michel Platini] einen Brief an Schiedsrichter und Spielbeobachter geschrieben und ihnen klargemacht, dass er Schiedsrichter unterstützt, wenn diese bei drastischen Problemen drastische Maßnahmen vornehmen. Solche drastische Maßnahmen können sogar einen Spielabbruch beinhalten“, so Gaillard. „Egal, welche Entscheidung der Schiedsrichter bei einem rassistischen Vorfall trifft, der Präsident steht voll und ganz dahinter.“

Null Toleranz
Am Dienstag unterstrich UEFA-Generalsekretär David Taylor die Null-Toleranz-Politik gegenüber rassistischen Zwischenfällen: „Wir bei der UEFA wollen wachsam bleiben und sind bereit, bei Vorfällen sofort Maßnahmen zu ergreifen.“ UEFAs erster Vizepräsident Şenes Erzik brachte es bei seiner Ansprache am Mittwoch auf den Punkt: „Toleranz von Rassismus, Ausgrenzung, Sexismus oder Homophobie ist unakzeptabel. Die Hautfarbe ist unter einem Fußballtrikot nicht zu erkennen. Heute bietet die UEFA ihnen Unterstützung an, damit wir weiterhin Fortschritte machen werden.“

von Mark Chaplin/uefa.com