MdEP verschärfen den Kampf gegen Rassismus: Rückendeckung durch die UEFA01 Dezember 2005

Der europäische Fußballverband UEFA unterstützt die Bemühungen des Europäischen Parlaments zur Bekämpfung des Rassismus im europäischen Fußball. In Brüssel lancierte eine Gruppe Euro-Abgeordnete (MdEP) diese Woche eine schriftliche Erklärung, die die Arbeit vom Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE) lobt und schärfere Maßnahmen fordert.

In der Erklärung werden alle Erscheinungsformen des Rassismus innerhalb und außerhalb des Stadions scharf verurteilt. Prominente Spieler und Trainer werden aufgefordert, öffentlich Stellung zu beziehen. Außerdem werden Verbände, Ligen, Vereine, Spielergewerkschaften und Fangruppen angehalten, Aktionsprogramme durchzuführen. Sollte eine Mehrheit der 732 MdEP im Parlament die Erklärung unterstützen, erlangt sie den seltenen Status eines Beschlusses.

In einem Statement erklärten die MdEP:
„Es ist ein trauriger Spiegel unserer Welt, dass sich der Rassismus auch in diesem herrlichen Sport immer weiter festsetzt. Fußball ist nicht der Grund für Rassismus. Dennoch sind unsere Stadien und unsere Spielfelder Schauplatz von deutlich erkennbaren und brutalen Übergriffen.

Wir sollten dies als eine Möglichkeit sehen. Die immense Popularität des Fußballs ermöglicht es uns, Millionen von Menschen zu erreichen. Wir müssen darauf hoffen, dass sich Toleranz und Verständnis so immer weiter verbreiten. Indem wir die Herzen und den Verstand auf den Rängen und auf dem Platz erreichen, schaffen wir einen entscheidenden Durchbruch im großen Kampf gegen den Rassismus in der Gesellschaft.

„Keine Regierung und keine Organisation kann alleine gegen den Rassismus kämpfen. Dieser Kampf verlangt die Unterstützung aus jedem Bevölkerungsteil, von jedem einzelnen. Dieses Problem verlangt eine enge Kooperation zwischen der Öffentlichkeit und privaten Bereichen. In der Welt des Fußballs gibt es ein ähnliches Bild. Jedes Mitglied dieser Familie – die Verbände, die Ligen, die Vereine, die Spieler, die Schiedsrichter und die Fans – hat seine Rolle zu spielen. Darum fordern wir in unserer Erklärung, dass alle, denen der Fußball am Herzen liegt, gemeinsam etwas unternehmen.

„Wir erfahren große Unterstützung aus der Arbeit der UEFA, von FARE und allen anderen Organisationen, die gegen den Rassismus im Fußball kämpfen. Sie haben verstanden, dass der Fußball eine besondere Verantwortung – und wiederum eine große Möglichkeit – im Kampf gegen dieses Problem trägt.“

Unterstützung der UEFA
Die UEFA betonte ihre Absicht, Vereine mit rassistischen Fans noch härter zu bestrafen. Neben den bestehenden Sanktionen, die der UEFA zur Verfügung stehen, droht Vereinen, Spielern und Nationalverbänden sogar der Ausschluss aus den UEFA-Wettbewerben. „Wir sind bereit, die nötigen Sanktionen auszusprechen. Diese reichen von Geldstrafen über Stadionverbote bis hin zur Verbannung der Klubs aus unseren Wettbewerben“, teilte UEFA-Vizepräsident Per Ravn Omdal mit.

In einer Woche, in der sich der Spieler Marc Zoro vom FC Messina in der italienischen Serie massiven rassistischen Verbal-Attacken ausgesetzt sah, forderte Omdal die Schiedsrichter dazu auf, härter durchzugreifen: „Diejenigen, die noch nicht wach sind, müssen wach werden, denn der Schiedsrichter hat sehr viele Möglichkeiten während eines bestimmten Spiels. Er kann es unterbrechen, er kann zuhören, er kann Bericht erstatten und er kann wegen ernsthafter Vorkommnisse das Spiel sogar abbrechen.“

Noch viel zu tun
Zum Schluss warnten die MdEP vor Selbstgefälligkeit:
„Jetzt ist nicht die Zeit dazu, sich auf die faule Haut zu legen. Wir können und müssen noch mehr tun. Das Europäische Parlament wendet sich an alle, die etwas mit Fußball zu tun haben, um gemeinsam gegen den Rassismus zu kämpfen. Jeder sollte in seinem Umfeld sein Möglichstes tun.“