Erfolgreicher erster Abend gegen Homophobie im deutschen Fußball02 November 2007

Alles dreht sich um Fußball….Erfolgreicher erster Abend gegen Homophobie im deutschen Fußball
12. Oktober 2007 Olympiastadion Berlin

Eingeladen wurden Fußballdachverbände, Profivereine, Funktionäre und Berufssportler, jedoch kam nur eine Handvoll der Dachverbände und Profivereine dieser Einladung nach. Dies zeigt, dass es nach wie vor sehr wichtig ist, auf das immer wieder auftretende Problem der Homophobie im Fußball aufmerksam zu machen.
Der Abend wurde jedoch sowohl vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als auch der Deutschen Fußball-Liga (DFL) unterstützt, die zusammen auch weiter Aktivitäten der EGLSF (European Gay & Lesbian Sport Federation), einschließlich eines Freundschaftsspiels zwischen Schwulen und Lesben sowie Funktionären des DFB/DFL, unterstützen werden.
Der nächste Schritt schließt ähnliche Abende in Norwegen (Dezember 2007), Dänemark (Mai 2008) und der Schweiz (Juni 2008)mit ein. Kontakte mit Partnern in England, Frankreich und Österreich wurden bereits geknüpft und mögliche Folgeveranstaltungen in Deutschland sind ebenfalls im Gespräch.

Folgende Erklärung zur „Bekämpfung der Diskriminierung im Fußball“wurde angenommen:

Die Teilnehmer unterstützen diese Erklärung und beschließen, diese Ziele innerhalb ihrer Vereine und Organisationen umzusetzen:
– Alle Arten der Diskriminierung zur Sprache bringen
Jeder, der entschlossen ist Diskriminierung zu bekämpfen, muss sich zuerst darüber im Klaren sein, dass es im Fußball neben dem Rassismus auch noch andere Arten von Diskriminierung gibt. Darunter finden sich die Diskriminierung Behinderter, Antisemitismus, Homophobie, Islamophobie, Sexismus und Ausländerfeindlichkeit. Er oder sie muss des Weiteren erkennen, dass alle Arten von Diskriminierung immer gegen sich im Fußball engagierende Personen, wie z.B. Fans, Spieler, Trainer, Assistenten, Schiedsrichter, usw. gerichtet sind.

– Aufnahme von Anti-Diskriminierungs-Paragraphen in Stadien- und Vereinssatzungen
Anfeindungen im Fußball betreffen alle, nicht nur Frauen, Homosexuelle oder Personen, die einem anderen Glauben anhängen. Aus diesem Grund werden nicht nur Anti-Rassismus-, sondern Anti-Diskriminierungs-Paragraphen in die Stadien- und Vereinssatzungen aufgenommen. Diese Abschnitte legen fest, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung, Hautfarbe oder Behinderung, sowie seines Geschlechts oder Glaubens diskriminiert werden darf.

– Zielgerichtete Aktionen
Die bloße Einbeziehung dieser Paragraphen reicht jedoch nicht aus. Um die Öffentlichkeit auf diese neuen Maßnahmen aufmerksam zu machen, sollte deren Einführung durch PR-Aktivitäten, wie z.B Podiumsdiskussionen, in den Stadien ausgehändigte Handzettel und von Spielern abgegebene Erklärungen ergänzt werden. Die Aktivitäten sollten des Weiteren regelmäßige Schulungen des Sicherheitspersonals, der Trainer, Schiedsrichter, Assistenten und Jugendmannschaften umfassen, um einen entsprechenden Schutz gegen Vorurteile zu gewährleisten sowie diesen den Nährboden zu entziehen.

– Unterstützung der Vielfalt im Fußball
Vielfalt sollte im Fußball, z.B. durch regelmäßige Berichterstattung über Frauenfußball oder die vielerlei Arten und Weisen, auf die Schwule und Lesben, Frauen, ethnische Minderheiten, usw. sich am Fußball beteiligen, als Selbstverständlichkeit dargestellt werden. Durch eine aktive Zusammenarbeit mit Schwulen und Lesben, Migranten, Frauenfußballvereinen, Frauenfanclubs, usw., können wir Stellung gegen Diskriminierung beziehen und bestehende Vorurteile Schritt für Schritt abbauen.

– Diskriminierung ins Licht der Öffentlichkeit rücken
Diskriminierendes Verhalten oder das Zurschautragen provokanter Symbole wird aufgezeichnet und dokumentiert und diese Daten zu deren Auswertung zugänglich gemacht. Dies dient dem Auffinden von Lösungen und/oder der Verhängung von Sanktionen gegen den Übeltäter oder die fragliche Organisation. Deshalb sollten alle Vereine und Organisationen einen Anti-Diskriminierungs-Beauftragten ernennen.

Die Erklärung wurde unterzeichnet von:
FFC Turbine Potsdam
Berliner Fußball-Verband
Blaue Bengel Bielefeld
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen „Die Grüne Tulpe“
Bundesverband LSVD
Deutscher Fußball-Bund
Deutsche Fußball Liga
F_IN Frauen im Fußball (Netzwerk)
Fanbündnis Pro-Fans
Faninitiative „Bunte Kurve“ FC Sachsen Leipzig
FC Carl Zeiss Jena e.V.
FC Energie Cottbus e.V.
FSV Frankfurt 1899 e.V.
Fußball-Verband Mittelrhein
Hamburger Fußball-Verband
Hamburger Sport-Verein e.V.
Hertha BSC
Hertha Junxx
LSVD Berlin-Brandenburg „Respect Gaymes“
MAKKABI Deutschland e.V.
Maneo
Nordostdeutscher Fußballverband
Rainbow-Borussen Dortmund
Roter Stern NordOst Berlin
SC Rot-Weiß Oberhausen e.V.
Seitenwechsel e.V.
SG Dynamo Dresden
Startschuß Hamburg
Stuttgarter Junxx
Supporter Karlsruhe
Türkiyemspor Berlin
Vorspiel e.V.
Werder Bremen
Wildparkjunxx