Sepp Blatter: „Homosexuelle Fans sollten bei WM 2022 in Katar enthaltsam bleiben“14 Dezember 2010

Der FIFA-Präsident Sepp Blatter, hat versucht, die Probleme, welche homosexuelle Anhänger bei der WM 2022 in Katar ausgesetzt werden sein, mit einem Witz abzutun.

Blatter, der gestern in Johannesburg zur Eröffnung eines post-2010-Weltmeisterschaftsprojekt sprach, ist nach der Entscheidung, den Wettbewerb in erstmalig im Nahen Osten auszutragen, in die Kritik geraten.

Abgesehen von der sengenden Hitze im Sommer, ist es in Katar verboten Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken und Homosexuelle müssen Probleme befürchten in einem Land, wo Homosexualität illegal ist.
Fragen diesbezüglich beantwortete Blatter scheinbar scherzend und sagte: „Ich würde sagen, sie [die Homosexuellen] sollten alle sexuellen Handlungen unterlassen.“

Er fügte in einem ernsteren Ton hinzu: „Wir leben definitiv in einer Welt der Freiheit und ich bin sicher, wenn die WM in Katar im Jahr 2022 stattfindet, wird es keine Probleme geben. Man kann im Nahen Osten die Öffnung einer Kultur sehen, die eine andere Kultur ist, weil sie eine andere Religion hat. Doch Fußball kennt keine Grenzen.

„Wir öffnen alles für jeden und ich denke, es wird keinerlei Diskriminierung von Personen geben, seien sie von der einen Seite oder der anderen, links, rechts oder was auch immer.“

Blatter betonte, auch wenn es Probleme gibt, gibt es noch reichlich Zeit zum Lösen dieser Probleme. „Ich denke, es gibt zu viele Bedenken um einen Wettbewerb, dass erst in 12 Jahren ausgetragen wird“, fügte er hinzu.

„Aber das gibt mir die Möglichkeit zu sagen, dass FIFA, und dies steht in den Statuten der FIFA ist, ob es in der Politik ist, ob es in der Religion ist, wir wollen keinen Rassismus, und wir wissen, was das bedeutet, und wollen wir auch keine Diskriminierung. Was wir wollen ist, lediglich dieses Spiel für jeden zu öffnen und es auch für alle Kulturen zu öffnen. Das ist genau das, was wir im Jahr 2022 tun. “

Blatters Kommentare wurde von dem ehemalige Basketballspieler John Amaechi, welcher sich im Jahr 2007 als erster NBA Spieler zu seiner Homosexualität bekannt hatte, stark kritisiert: „Die Aussagen und den Standpunkt in Bezug auf LGBT [Lesben, Bisexuelle, Transgender und Homosexuelle] Fans, welche enorme Ticketpreise und Reisekosten zahlen würden, um die WM im Jahr 2022 zu besuchen, sollte bereits vor einem Jahrzehnt völlig inakzeptabel gewesen sein.“ sagte der in den USA ansässigen Engländer.

„Doch statt dessen, hat FIFA mit diesen Nebensatz die Marginalisierung von LGBT-Menschen auf der ganzen Welt bestätigt. Alles außer eine völlige Revidiering seiner Aussage ist nicht akzeptabel und wenn die FA und Fußball- und Sportverbände in der ganzen Welt es versäumen diese Aussage als Beleidigung zu erkennen, werden auch sie werden zu Komplizen.

„Wenn der Sport nicht dazu dient die Gesellschaft verändern, nicht einmal vorübergehend während der Dauer einer Veranstaltung wie der WM, wenn Welt zur Teilnahme eingeladen ist, dann ist Fußball kaum mehr als ein Sport wo erwachsene Männer einem Ball hinterher jagen und wir sollten es auch als solches behandeln.