Fans von Slovan Bratislava fallen im UI-Cup mit rassistischen Parolen auf27 Juni 2007

Die ersten Schritte des slowakischen Vereins SK Slovan Bratislava auf der europäischen Fußballbühne seit dem Wiederaufstieg in die erste slowakische Liga sind von rassistischen Vorfällen überschattet worden.

Während des Hinspiels in der ersten Runde des UEFA Intertoto Cup zwischen dem FC Differdange 03 und SK Slovan Bratislava, das am Samstag, 23. Juni in Luxemburg ausgetragen wurde, wurde ein schwarzer Spieler der Heimmannschaft von einer Gruppe Slovan-Anhängern mit rassistischem „Affengebrüll“ beleidigt. Viele der ca. 120 Gästefans trugen Kleidung der Streetwear-Marke „Thor Steinar“, die bei Rechtsextremen besonders beliebt ist, oder T-Shirts mit der Aufschrift „88“, einem Neonazi-Code für „Heil Hitler“.

Auf der Website „Ultras Slovan“ wurden Bilder veröffentlicht, auf denen mehrere Slovan-Fans, die in Luxemburg 88-Shirts tragen und den Hitler-Gruß zeigen, zu sehen sind.

UEFA untersucht Rassismus-Vorwürfe
FARE hat der UEFA einen Bericht geschickt und den europäischen Fußballverband aufgefordert, „entsprechende Disziplinarmaßnahmen einzuleiten und zu versuchen, rassistische Vorfälle bei zukünftigen Auftritten von Slovan im UI-Cup zu verhindern“.

Die Kontroll- und Disziplinarkammer der UEFA hat daraufhin bestätigt, dass der Fall untersucht und am 12.07.2007 verhandelt wird.

Das Rückspiel findet am kommenden Samstag (30.06) in Bratislava statt. Slowakische Aktivisten gegen Rassismus haben den SK Slovan sowie den Slowakischen Fußballverband dazu aufgerufen, aktive Maßnahmen zur Verhinderung von rassistischen Vorfällen durch rechtsextreme Slovan-Fans einzuleiten.

Daniel Milo, Direktor des slowakischen FARE-Partners „Ludia Proti Rasizmu“ sagte:

In der nationalen Liga haben wir ernsthafte Probleme mit Rassisten und Neonazis in der Fanszene bei Slovan. Leider ist der Slowakische Fußballverband nicht sehr aktiv, was die Bekämpfung dieses Problems angeht. Die Situation scheint sich nach der Berufung eines neuen Vorstands sogar verschlechtert zu haben.

Wir haben Verband und Verein angesprochen und verschiedene proaktive Maßnahmen für das Rückspiel vorgeschlagen. Ein erster Schritt wäre, bekannte Anführer rassistischer Fanclubs mit einem Stadionverbot zu belegen.

Probleme in der Liga
Die Slovan-Ultras sind in der slowakischen Liga für rassistische Vorfälle berüchtigt. Am 20.04.2007 organisierte eine Fangruppierung eine Choreographie, um den Geburtstag von Adolf Hitler zu feiern. Ebenfalls im April verhöhnte die gleiche Gruppierung den togolesischen Nationalspieler Karim Guede von Artmedia Bratislava mit Affengebrüll (siehe http://www.farenet.org/news_article.asp?intNewsID=877)

Der Slowakische Fußballverband hat es bisher versäumt, den Artikel 58 des FIFA Disziplinareglements in ihre Statuten aufzunehmen. Der neu überarbeitete Artikel 58 legt explizit fest, dass jegliche Form von diskriminierenden Äußerungen oder Aktionen mit einem Stadionverbot, einer Geldstrafe oder einer sonstigen Sanktion zu bestrafen ist.

Sollte Slovan die zweite Runde im UI-Cup erreichen, trifft er dort auf den SK Rapid Wien.