Laporta: „Rassismus ist das größte Problem im heutigen Fußball“01 Februar 2006

Der Präsident des FC Barcelona Joan Laporta hat den Rassismus als „das größte Problem im heutigen Fußball“ bezeichnet.

Dies erklärte Laporta auf einer eintägigen Konferenz zum Thema Rassismus im Fußball, die aufbauend auf der erfolgreichen Unite Against Racism-Konferenz 2003 beim FC Chelsea von der UEFA gemeinsam mit FARE durchgeführt wurde. Die vom FC Barcelona veranstalte Konferenz stellte eine einmalige Zusammenkunft von Basisaktivisten mit einigen der wichtigsten Entscheidungsträger des europäischen Fußballs dar.

„Fußball ist nicht nur ein Sport, sondern auch ein probates Mittel zur Integration“, sagte der Barcelona-Präsident weiter.

Neue Impulse
Auf der Konferenz waren sich die UEFA, ranghohe spanische Politiker und ehemalige Profikicker sowie Vertreter von Aktionsgruppen und Nichtregierungsorganisationen einig, dass der Kampagne gegen Rassismus in allen Teilen Europas neue Impulse zu verleihen seien. Dabei soll der Fußball als Katalysator für positiven Wandel und zukünftige Erziehung genutzt werden.

UEFA-Generaldirektor Lars-Christer Olsson erklärte: „Wir müssen in die Köpfe der Rassisten gelangen, insbesondere in die der intelligenteren Rassisten, um auf die Leute erzieherisch einwirken zu können und sie dazu zu bringen, ihre Ansichten zu ändern. Der Sport kann zu einer Veränderung beitragen – lasst uns den Rassismus nicht nur aus dem Fußball, sondern auch aus der gesamten Gesellschaft befördern.“

UEFA-Mediendirektor William Gaillard sagte, der Fußball müsse seine Popularität im Kampf gegen Rassismus nutzen. „Rassismus ist ein fundamentales Problem unserer Gesellschaft und Fußball kann ein positives Zeichen für junge Menschen und die Zukunft setzen. Als Fußball-Fan schäme ich mich, wenn ich bei Spielen Zeuge von rassistischen Beleidigungen werde.“

Die Botschaft verbreiten
Piara Powar vom FARE-Partner „Kick It Out“ rief die nationalen Verbände auf, ihren Teil zur Verbreitung der Anti-Rassismus-Botschaft in den jeweiligen Ländern beizutragen. Insbesondere wandte er sich dabei an die Länder, in denen solche Probleme offen zu Tage getreten sind. „Rassismus fordert Opfer – Fans, Profis und ethnische Gemeinschaften leiden darunter. Also muss er bekämpft werden. Ich hoffe, dass die Teilnehmer dieser Konferenz Barcelona mit neuen Ideen verlassen werden, um zusammen für eine Änderung der Situation einzutreten.“

Null-Toleranz
Der ehemalige Spieler des FC Chelsea und von Celtic Glasgow Paul Elliott, der nun Botschafter der britischen Kommission für Rassengleichheit ist, sagte, „Ich habe zu meiner aktiven Zeit gesehen, wie Spieler mit Bananen beworfen wurden und mit Affen-Lauten verspottet worden sind. Wir haben seitdem enorme Fortschritte im Kampf gegen Rassismus erzielt, doch es liegt auch noch eine Menge Arbeit vor uns. Es muss nicht nur eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Rassisten geben, sondern auch eine kollektive Verantwortung unter jenen, die im Fußballgeschäft involviert sind. Der Fußball kann die Menschen auf einzigartige Weise zusammenbringen, und diese Konferenz dient dazu, eine solide Basis für weitere Fortschritte zu legen.“

Intensive Arbeit
Die spanischen Gastgeber der Konferenz betonten, dass auch in ihrem Land, das sich im ständigen sozialen Wandel befindet, harte Arbeit geleistet wird. Der spanische Sportminister Jaime Lizavesky sagte: „Spanien ist zu einem Land mit vielen Kulturen geworden, und der Sport spielt eine wichtige Rolle dabei, hier eine interkulturelle Gesellschaft zu etablieren.“