DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger will das Coming-out von lesbischen und schwulen Sportlern unterstützen20 Dezember 2007

Ein schwuler Bundesligafußballer? Eine lesbische Nationalspielerin? Was es laut Statistik dutzendfach geben müsste, existiert in Deutschland bisher nicht: Kein Fußballstar ist offen homosexuell. Zu groß ist die Angst vor negativen Auswirkungen.

Jetzt bricht DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger ein Tabu. Erstmals spricht er öffentlich über Lesben und Schwule im deutschen Fußball.

„Ich kann niemanden zur Zivilcourage zwingen“, sagt Zwanziger gegenüber der Zeitschrift „L-Mag“, Deutschlands einzigem Magazin für Lesben. Das Coming-out einer Spielerin oder eines Spielers würde der DFB-Präsident ausdrücklich begrüßen: „Sicherlich wäre es wünschenswert, dass jemand mal den Mut hätte, es zu sagen.“ Theo Zwanziger garantiert: Er selbst und der Deutsche Fußballbund würden jede lesbische Spielerin und jeden schwulen Spieler beim Coming-out unterstützen.

Die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball ist vielfältig:
schwulenfeindliche Gesänge in den Fankurven, Mobbing in Vereinen und Mannschaften. Das will der DFB energisch bekämpfen. So gibt es bereits Kontakte zum schwullesbischen Sportverband EGLSF (European Gay and Lesbian Sport Federation). Eine „Erklärung gegen Diskriminierung im Fußball“ hat der DFB erst kürzlich unterzeichnet.

Im Interview mit „L-Mag“ verspricht Theo Zwanziger, dass der DFB die Aufklärung über Lesben und Schwule bei Trainern, Schiedsrichtern und in den Vereinen tatkräftig unterstützen wird.