Polens engagierte Kampagne gegen Rassismus04 März 2009

Bei der United-Against-Racism-Konferenz in Warschau gab es die ideale Möglichkeit, von Polen zu erfahren, wie der Co-Gastgeber der UEFA EURO 2012™ engagiert gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball ankämpft.

„Positive Kraft“
Rafał Pankowski, Sprecher von FAREs polnischem Partner Never Again, erläuterte die Arbeit, die seine Organisation zusammen mit dem polnischen Fußballverband ausübt. Never Again beobachtet und dokumentiert rassistische Vorfälle in den Stadien und hat Ordner und Spielbeobachter ausgebildet, damit diese solche Zwischenfälle einschränken können. „Rassismus ist ein Spiegelbild der Gesellschaft und wurde nicht in den Stadien erfunden“, sagt er. „Wir glauben, dass wir einen Unterschied ausmachen können. Fußball ist eine positive Kraft in der Gesellschaft und wir müssen die Herausforderungen der Vergangenheit und Zukunft bewältigen.“

Botschaft der Kapitäne
Laut Pankowski leitet man die Ergebnisse der Arbeit auch an Organisationen in die Ukraine, dem Co-Gastgeber der UEFA EURO 2012™, weiter. Außerdem hilft Never Again auch anderen Nicht-Regierungsorganisationen in ehemaligen Ländern der UdSSR. Den ganzen Tag über wurde klar, dass sich Organisationen über die bestmögliche Handhabung austauschen müssen. Ein Film, der den Erfolg der United-Against-Racism-Kampagne während der UEFA EURO 2008™ zum Thema hatte, stellte dar, wie Breitensport- und Fanevents zusammen mit Aktionen wie den Anti-Rassismus-Botschaften der vier Kapitäne vor den Halbfinals dazu beitragen, dass Millionen von Zuschauer über die Anti-Rassimus-Bemühungen erfahren.

„Erfolge feiern“
Emine Bozkurt, Mitglied des Europaparlaments, sprach anschließend über die Arbeit, die auf Regierungsebene vorgenommen wird, um Rassismus und Diskriminierung zu bekämpfen. Sie machte klar, dass im europäischen Parlament momentan über neue Anti-Diskriminierungsgesetze diskutiert wird. Außerdem schnitt sie das Thema Sanktionen und Strafen für rassistisches Verhalten an und betonte wie wichtig es ist, die positive Arbeit im Kampf gegen den Rassismus zu loben. „Wir sollten Erfolge feiern, aber wir müssen auch auswerten. Was haben wir geschafft und was können wir noch erreichen?“

Debatte
Ihre Aussagen regten unter den Delegierten eine belebte Debatte an und William Gaillard, Berater des UEFA-Präsidenten, unterstrich noch einmal die Null-Toleranz-Politik der UEFA in Sachen Rassismus: „Wir nutzen die ganze Palette an Strafen, die uns zur Verfügung stehen. Die Resultate zeigen, dass das Problem bereits erheblich zurückgegangen ist.“ Gaillard fügte hinzu, dass es mit Strafen nicht immer getan ist: „Haben Strafen wirklich einen Einfluss auf die Leute, die Diskriminierung ausüben, oder werden so nur Vereine für die Aktionen einer kleinen Gruppe von Fans verantwortlich gemacht?“ Diskutiert wurde auch über die Notwendigkeit, über die Probleme des Rassismus besonders bei Jugendlichen Aufklärung und Ausbildung zu betreiben. Gaillard erinnerte die Delegierten daran, dass durch UEFAs HatTrick-Projekt Zuschüsse für soziale Projekte aller 53 Mitgliedsverbände zur Verfügung stehen.

Workshop
Danach teilten sich die Teilnehmer der Konferenz in fünf Gruppen auf, und begannen Workshops mit den folgenden Themen: Minderheiten und Fußball, Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung, ethnische Minderheiten im Fußball, Kampf gegen organisierte Diskriminierung, und die Gefahr von Nationalismus und Anti-Semitismus. Später wurden die Erkenntnisse der Gruppen präsentiert. Von den vielen Themen, die dabei angesprochen wurden, betonten die Teilnehmer, dass die Fans als Teil der Lösung angesehen werden müssen und nicht nur als Problem gelten dürfen. Dank seiner Macht müsse der Fußball Verantwortung übernehmen, Grenzen zwischen Gesellschaften zu durchbrechen. Die Probleme mit Klischees, Leugnung und Misstrauen wurden im Zusammenhang mit organisierter Diskriminierung besprochen und es kam der Vorschlag, dass es gezielter Förderungsmaßnahmen bedarf, um führende Fußballpersönlichkeiten mit den unterschiedlichsten Hintergründen hervorzubringen.

von Michael Harrold/uefa.com