Konferenz in Paris zeigt Unzulänglichkeiten bei der Öffnung des Fußballs für ethnische Minderheiten auf22 Mai 2007

Die vom FARE-Netzwerk veranstaltete Konferenz 'Fußball, ethnische Minderheiten und Gleichberechtigung', die vom 19. bis 20. Mai 2007 in Paris stattfand, mobilisierte über 100 Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen, Migrantengruppen, Fan-Initiativen, Vereinen und Verbänden wie der UEFA.

VertreterInnen des Brent Ladies Football Club aus Großbritannien brachten das FIFA-Verbot zum Tragen des Hijab beim Fußballspielen gegenüber dem UEFA-Kommunikationsdirektor William Gaillard zur Sprache, der dazu meinte „Es ist Sache der jeweiligen nationalen Verbände, über solche Maßnahmen zu entscheiden. Es wäre sehr kompliziert, alle 53 UEFA-Mitgliedsverbände zu einer gemeinsamen Aussage zu diesem Thema zu bewegen.“

Er sprach ebenfalls das Problem der illegalen Vermittlung junger afrikanischer Spieler an und gab dabei das folgende Statement ab: „Uns wurde seitens der Europäischen Kommission mitgeteilt, dass Sport ihre Arbeit (die Arbeit der jungen afrikanischen Spieler) sei, so dass eine Änderung der Gesetzeslage nur zu einer Beeinträchtigung ihres Rechts führen würde, in Europa zu arbeiten.

„Die Europäische Kommission ließ uns ebenfalls mitteilen, dass Sport sich nicht von anderen Erwerbstätigkeiten unterscheidet. Aber ich bin doch der Meinung, dass wir die Menschenrechte dieser jungen Spieler schützen müssen. Sie sollten für die gesamte Zeit, die sie in Europa verbringen – unabhängig davon, ob sie eingesetzt werden oder nicht – einen gültigen Reisepass und die gleichen Rechte haben wie wir alle.

„Die UEFA ist bereit, mit den Verbänden zusammenzuarbeiten, um dafür zu sorgen, dass Spieler nicht wie eine Ware behandelt werden.“

Der frühere Kapitän der ghanaischen NationalmannschaftAnthony Baffoe sagte „Wir müssen das Bewusstsein für die Probleme schärfen, mit denen sich ethnische Minderheiten im Fußball auseinandersetzen müssen und ihre Lobby in diesem Sport verbessern.“
Baffoe zeigte auch Wege mit Signalfunktion auf: “Es ist absolut unerlässlich, dass in Zukunft auch verstärkt schwarze Botschafter dieses Sportes Ämter auf den höheren Ebenen der FIFA, UEFA und CAF innehaben und sich auf der offiziellen Seite für den Fußball engagieren können.

„Mit der Gründung einer afrikanischen Spielergewerkschaft könnten schon im Vorfeld viele Probleme angegangen werden, mit denen sich junge afrikanische Spieler auseinandersetzen müssen, wenn sie nach Europa geholt werden, ohne die ihnen bevorstehende Situation überhaupt zu kennen.

„Die früheren Profis könnten dabei ihre Erfahrungen und ihr Wissen weitergeben und den Familien dieser jungen Männer als Berater zur Verfügung stehen. Grundsätzlich müssen wir uns immer klar machen, dass Weiße allein die Probleme des schwarzen Mannes nicht lösen können.“

Der frühere französische Fußballweltmeister Christian Karembeu erzählte der Konferenz von seinen früheren persönlichen Erfahrungen mit dem Rassismus in seinem Leben und forderte dann mit den folgenden Worten zur Kanalisierung der Macht des Fußballspiels in Richtung einer positiven Veränderung auf: „Fußball muss als Werkzeug zur Erziehung der Menschen eingesetzt werden, um dem Bösen in der Gesellschaft entgegenzuwirken.“