MEP rufen zu Maßnahmen im Kampf gegen Rassismus auf13 März 2006

Den Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MEP), Kampagnenakteuren und Vertretern des europäischen Fußballs wird sich am 14. März 2006 auch der Präsident des Europäischen Parlaments Josep Borrell anschließen, wenn der formale Beschluss zum Thema Rassismus im Fußball angenommen wird.

Der Beschluss appelliert an alle, die als Aktive oder im Hintergrund am Fußballgeschehen beteiligt sind, den Druck im Kampf gegen den Rassismus zu erhöhen und fordert schärfere Sanktionen für rassistische Beschimpfungen in und außerhalb der Stadien. Die UEFA wird dringend aufgefordert, in dieser Sportart Sanktionen wie Vereinsausschlüsse von Turnieren einzuführen.

Das einseitige Dokument hat bisher mehr Unterschriften erhalten als alle anderen bisherigen Beschlüsse des Parlaments: 420 MEP haben sich dem Aufruf angeschlossen . Kampagnenteilnehmer aus dem gesamten FARE-Netzwerk führen schon seit über drei Monaten unermüdlich ihre Lobbyarbeit bei den MEP durch und halten ihnen dabei die Dringlichkeit des Problems immer wieder nachdrücklich vor Augen.

Die fünf Mitglieder des Europäischen Parlaments, die hinter der schriftlichen Erklärung stehen, sind Emine Bozkurt MEP (Europäische Sozialistische Partei/Niederlande), Chris Heaton-Harris MEP (European People's/Großbritannien), Cem Özdemir MEP (Die Grünen/Deutschland), Alexander Nuno Alvaro MEP (FDP/Deutschland), Claude Moraes MEP (European Socialists/Großbritannien).

Annahme des Beschlusses
Bei der Annahme des Beschlusses im Europäischen Parlament in Strassburg werden auch der frühere Fußballspieler Paul Elliott als Vertreter des FARE-Netzwerks und William Gaillard, der Medien- und Kommunikationsdirektor der UEFA, anwesend sein.

FARE-Sprecher Piara Powar gab heute folgende Erklärung ab:
„Der Leidensdruck, die überall offenkundigen Probleme des Rassismus anzugehen, nimmt schon seit geraumer Zeit zu. In den letzten Wochen haben wir erlebt, dass der Papst seinen Abscheu über Ereignisse in Italien zum Ausdruck gebracht hat und ein Menschenrechtssonderermittler der Vereinten Nationen seine Besorgnis über das Ausmaß an Rassismus im Fußball geäußert hat.

Unsere Hoffnung besteht darin, dass der Beschluss einen entscheidenden Beitrag leisten kann, auf allen Ebenen des europäischen Lebens, und zwar von den Fußballoffiziellen bis hin zu den nationalen Regierungen, zu Maßnahmen zu ermutigen und sie zu unterstützen.“

Paul Elliott (Member of the British Empire), der früher bei Chelsea, Celtic und in Bari (Italien) gespielt hat, begrüßte diesen Beschluss,
„Als Spieler war ich in vielen verschiedenen europäischen Ländern rassistischen Anfeindungen auf dem Spielfeld ausgesetzt. Deshalb setze ich mich auch so leidenschaftlich dafür ein, dass die nächste Spielergeneration – in ganze Europa und auf der ganzen Welt – nicht die gleichen Beschimpfungen über sich ergehen lassen muss. Dieser Beschluss kann uns dabei helfen, im Kampf gegen Rassismus in diesem Sport ein gutes Stück weiterzukommen und Fußball zu einer Sache zu machen, bei der jeder willkommen ist – unabhängig davon, wo man spielen oder zuschauen will.“