Horda Frenetik-Prozess: Mehr als gerechter Freispruch28 Januar 2011

Vier Mitglieder der Horda Frenetik, einer antifaschistischen Fangruppierung des FC Metz, wurden in einem Prozess, an dem kein Privatkläger beteiligt war, von jeglichen Vorwürfen freigesprochen. Darüber hinaus haben sie eine Ausgleichszahlung für die erlittenen Schäden erhalten. Die vier Anhänger des lothringischen Clubs wurden beschuldigt, am 22. Oktober während der Begegnung zwischen dem FC Metz und SCO Angers im Stade Saint-Symporien „für eine rassistische oder fremdenfeindliche Ideologie stehende Insignien, Zeichen oder Symbole – in diesem Fall ein Hakenkreuz – während eines Fußballspiels mit sich geführt oder zur Schau getragen zu haben“.

Während dieser Begegnung hatten die Fans ein Banner entrollt, dessen Abbildung, ein von einer Faust getroffenes Hakenkreuz, und dessen Aufschrift „Gegen Nazis“ von den Sicherheitskräften des Stadions fehlinterpretiert wurden. Nach ihrer gewaltsamen Festnahme wurden die vier Mitglieder der Horda Frenetik 16 Stunden lang in Gewahrsam genommen.

Zunächst hatte der FC Metz über seinen Sicherheitschef Anzeige erstattet. Der Vereinspräsident, Bernard Serin, der die Absurdität dieser Vorgehensweise eingesehen hatte, zog die Anzeige dann jedoch zurück. Das Verfahren wurde nicht eingestellt, obwohl kein Nebenkläger auftrat. Auch das gegen die vier Fans verhängte Stadionverbot blieb weiterhin bestehen.

In dem am 27. Januar verhandelten Prozess zeigte sich der Staatsanwalt Bernard einsichtig und forderte Freispruch für die vier Beschuldigten. Insbesondere verwies er zu Recht auf die Kampagne „Gegen Nazis“, die bereits seit vielen Jahren in Deutschland zum Kampf gegen den Nationalsozialismus geführt wird.

Die LICRA (League gegen Rassismus und Antisemitismus) kann sich zu diesem Urteil nur gratulieren. Der Kampf gegen den Nationalsozialismus muss in all seinen Formen unterstützt und gefördert werden. Die LICRA könnte unter keinen Umständen akzeptieren, dass sich Aktionen oder Botschaften mit dem Ziel der Bekämpfung dieses Übels nachteilig für die Urheber auswirken.