Torhüter der mexikanischen Liga engagieren sich gegen Rassismus22 Juli 2007

Der Verein Pachucha aus der mexikanischen Stadt Hidalgo sicherte sich im April im Elfmeterschießen den Titel beim CONCACAF Champions Cup und qualifizierte sich damit für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2007, die im Dezember in Japan ausgetragen wird. Entscheidenden Anteil am Erfolg hatte dabei Torhüter und Kapitän Miguel Calero. Der kolumbianische Teamtorhüter ist seit dem Jahr 2000 ein starker Rückhalt des Fußballclubs Pachucha, der Ende Mai auch die mexikanische Liga für sich entscheiden konnte.

Gemeinsam mit den Tormannkollegen Oscar 'Conejo' Pérez (Ex- Keeper des mexikanischen Nationalteams) und Emmanuel Gonzalez von Tigues Mexico engagiert sich Calero gegen Rassismus im mexikanischen Fußball. Die Intitiative „Wir müssen den Rassismus aufhalten, so wie wir Toreschüsse halten“ wird von RINAT, Mexikos einziger Fußballhandschuhmarke unterstützt, die sich in Zukunft auch an der FARE-Kampagne beteiligen will.

Oscar Sanchez aus Wien befragte für FARE die drei Keeper nach ihren Beweggründen.

Miguel Calero (Pachucha und Kolumbien)

Existiert Rassismus im mexikanischen Fußball? Hattest du im Laufe deiner Karriere Erfahrungen mit Rassismus gemacht?
Na ja, nur, dass mir die Leute „Cocalero“ oder Drogenhändler nachrufen, manchmal bei Spielen in Süd-Amerika, das ist das einzige, was ich bis heute erlebt habe.

In welchem Klub hat deine professionelle Karriere begonnen?
Mit dem „Deportivo Cali“, mit 16 Jahren.

An welches deiner Tore kannst du dich erinnern?
An das eines Stürmers von Juventus Turin, ich kann mich momentan nicht an seinen Namen erinnern, aber dieses Tor schmerzt bis jetzt.

Was wünscht du dir für die Zukunft?
Ich möchte Tormanntrainer sein und für „Rinat de México“ eine Handschuhkollektion entwerfen.

Was bedeuten die Handschuhe für dich?
Für mich sind sie meine rechte Hand, mit ihnen fühle ich mich wie ein Fisch im Wasser.

Was kann man als Spieler gegen Rassismus tun?
Wir Fußballer müssen die Pioniere sein und den Rassismus im Fußball und nicht nur im Fußball, sondern in allen sozialen Aspekten ausmerzen. Wir müssen den Rassismus aufhalten, so wie wir Tore halten.

Oscar 'Conejo' Pérez (Ex-Teamtorhüter Mexiko)

Was muss der Fußball gegen Rassismus tun?
Dem Rassismus darf man keine Bühne geben, rassistische Fanbekundungen müssen verboten werden. Im Fußball darf kein Platz für Rassismus sein.
Es ist sehr interessant, dass einige europäische Organisationen wie die VIDC Veranstaltungen gegen Rassismus unterstützen. Wir Mexikaner können viel davon lernen.

Emmanuel Gonzalez (Keeper von Tigues Mexico)

Wann hast du professionell zu spielen begonnen?
Mit Atlético Celaya, am 11. Januar 1997.

Bist du schon einmal mit Rassismus konfrontiert worden?
Im Fußball glücklicherweise nicht, aber ich bin sicher, dass in Mexiko ein sozialökonomischer Rassismus existiert, der sich auch im Sport zeigt, daher ist es wichtig, gegen jede Art von Rassismus aufzutreten.

Was bedeuten die Handschuhe für dich?
Für mich sind sie ein Werkzeug, Werkzeug gegen ein Tor.