Startschuss für die Vorbereitung der Mondiali Antirazzisti27 April 2010

Im Zentrum stehen dieses Jahr die Menschenrechte
Für die Zukunft der Veranstaltung ist jede finanzielle Hilfe vonnöten
Anmeldungen unter www.mondialiantirazzisti.org

BOLOGNA – Seit geraumer Zeit laufen die Organisation der Mondiali Antirazzisti und die Vorbereitungen für das Antirassismus-Fest, das dieses Jahr zum 14. Mal von Uisp, Progetto Ultrà und Istoreco veranstaltet wird. Es findet vom 7. bis 11. Juli im Park von Salvador Allende in Casalecchio di Reno statt, nur wenige Kilometer von Bologna entfernt.
Dabei stehen, wie gewöhnlich, Themen rund um den Kampf gegen geschlechtsspezifische und rassistische Diskriminierung im Mittelpunkt. Dieses Jahr allerdings, auch infolge der blutigen Auseinandersetzungen in Rosarno – einer Kleinstadt im Süden Italiens, die im Januar diesen Jahres Schauplatz eines Konflikts zwischen der Bevölkerung und den Eingewanderten wurde, die aus Verzweiflung im Zwielicht krimineller Illegalität in der örtlichen Landwirtschaft beschäftigt waren – rücken die Mondiali Antirazzisti das Thema „Gleiche Rechte für alle“ ins Zentrum der Debatte.
In dem Bewusstsein, dass Integration ohne Chancengleichheit unmöglich ist, setzen sich die Mondiali Antirazzisti für eine Kampagne ein, die dafür plädiert, dass die in der Verfassung festgelegten Rechte auf die neuen Mitbürger ausgeweitet werden. Das Prinzip der Vergabe der Staatsbürgerschaft als Blutrecht sollte aufgegeben, dagegen das ius soli angewandt werden, nachdem einem die Staatsbürgerschaft desjenigen Landes zusteht, in dem man geboren wird. Am 26. März fand bereits eine Versammlung der Vereine statt, die an der Organisation der Mondiali Antirazzisti beteiligt sind, und zwar im Sitz der Uisp Emilia Romagna. Ein weiteres Treffen ist für den 28. April um 18 Uhr im Gebäude der Uisp in Via Riva di Reno 75/3a vorgesehen.
Bereits auf der Versammlung im März wurde klar, dass einige wenige, aber klare Debatten zum Thema ius soli vorbereitet werden sollten. Außerdem sollte man über Sport für alle, die Unterschiede zwischen Mann und Frau und die damit verbundenen Diskriminationsformen diskutieren und mögliche Wege herausarbeiten, auf denen die Fans sich „den Fußball wieder zurückholen können“, ohne zu riskieren, dass der Sport zum Opfer schonungsloser wirtschaftlicher und politischer Interessen wird.
Alle Teilnehmer, die sich seit dem 15. April auf der Homepage der Mondiali Antirazzisti (www.mondialirazzisti.org) einschreiben können, werden gebeten, sich an der Vertiefung dieser Thematiken zu beteiligen, indem sie Material über ihren täglichen Kampf gegen Diskriminierung zusammenstellen. Abgesehen von dieser Bitte haben wir ein weiteres, „materielleres“ Anliegen.
Einerseits die Wirtschaftskrise, die enorme Finanzkürzungen im Hinblick auf die Veranstaltung mit sich brachte, andererseits die angesammelten Schulden aus dem Jahr 2009 als Folge der starken Gewitter über dem Allende-Park, die beachtliche Gebäudeschäden verursachten und damit den Zugang zum Festplatz für das abendliche Publikum unmöglich machten, bedrohen die Zukunft dieses inzwischen fast traditionellen, internationalen Antirassismus-Fests. Deshalb ist es von größter Wichtigkeit, dass sich alle Gruppen ab sofort an einer Fundraising-Kampagne für das Fest beteiligen.
Die Mondiali Antirazzisti sind und bleiben eine unkommerzielle Veranstaltung: Niemand muss ein Ticket kaufen, um am Turnier oder an einem der Konzerte teilnehmen zu können, und es wird auch – wie am 26. März beschlossen – keine Preiserhöhung bei Speisen und Getränken geben. Aber damit die Zukunft gesichert ist, bedarf es der Hilfe aller. Die Mondiali Antirazzisti sind in Gefahr – dieses Jahr verlangt die Demokratie, basierend auf allgemeiner Beteiligung, leider auch eine kleine finanzielle Unterstützung von jedem von uns.

(von Vittorio Martone – Übersetzung: Carla Christiany)