Große Hoffnungen in Warschau04 März 2009

Die Delegierten der dritten „Unite Against Racism“-Konferenz in Warschau besuchten am Dienstag nach ihrer Ankunft in der polnischen Hauptstadt das Jüdische Historische Institut. Dieses Institut wurde gegründet, um das Erbe und die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Polen zu bewahren und der Opfer des Holocaust zu gedenken. William Gaillard, Berater des UEFA-Präsidenten Michel Platini, erklärte, der Besuch „diente als eindrucksvolle Erinnerung daran, warum solche Konferenzen so wichtig sind.“

Blick Richtung Osten
Gaillard, der die Konferenz zusammen mit Piara Powar, dem Direktor des englischen FARE-Partners „Kick It Out“, am Dienstag eröffnete, drückte seinen Wunsch aus, dass diese Veranstaltung an die Erfolge ihrer beiden Vorgänger (London 2003 und Barcelona 2006) anknüpfen werde. London, so Gaillard, sei damals als Tagungsort ausgewählt worden, um die Vorreiterrolle Englands im Kampf gegen Rassismus zu würdigen. Die Konferenz in Barcelona sollte helfen, die speziellen Probleme in Südeuropa herauszustreichen. Jetzt, im Hinblick auf die UEFA EURO 2012™ in Polen und der Ukraine, sei es an der Zeit, „die Probleme anzusprechen, mit denen wir im Osten konfrontiert sind.“

Positive Werte
Die Agenda der Konferenz umfasst jedoch noch weitere Themen. Powar begrüßte „Delegierte aus der gesamten Fußballfamilie“, darunter auch Vertreter der Mitglieder-Verbände, nichtstaatlicher Organisationen, Fangruppen, Klubs, Spielervertretungen und der Spieler selbst. „Es ist ein echtes Treffen der Fußballfamilie“, sagte er. „Für uns ist es besonders wichtig, zu zeigen, dass Vielfältigkeit und Anti-Diskriminierung im Sport keine lästigen Anhängsel sind, sondern ein wichtiger Teil unseres täglichen Lebens. Diese Konferenz ist eine gute Gelegenheit, zusammenzukommen und Themenschwerpunkte für den europäischen Fußball zu setzen. Außerdem können wir hier die positiven Werte unseres Sports betonen.“ Um dies zu unterstreichen, wurde den Delegierten ein Ausschnitt des Films „Different Languages, One Goal, Say no to Racism“ (Verschiedene Sprachen, ein Ziel: Sag nein zum Rassismus) gezeigt, der während der UEFA EURO 2008™ (Klicken Sie hier) und in der Halbzeit der Spiele der diesjährigen UEFA Champions League ausgestrahlt wird. „Es geht um verschiedene Sprachen, verschiedene Trikots, verschiedene ethnische Gruppen, aber um dieselbe Menschlichkeit“, sagte Gaillard.

Neue Impulse
Der letzte Teil der Sitzung diente dazu, die Delegierten selbst mit ihren Erwartungen an die Konferenz zu Wort kommen zu lassen. Daniela Conti, Powars Kollegin von FARE und Vertreterin der Organisation „Unione Italiana Sport per Tutti“, zeigte sich interessiert daran, vor der Mondiali Antirazzisti – einem jährlich stattfindenden weltweiten Antirassismusturnier – neue Ideen über geschlechtsspezifische Themen sowie über den Kampf gegen Homophobie zu erfahren. Sie unterstrich auch die Fortschritte, die FARE in den letzten zehn Jahren erreicht hat und forderte die Delegierten auf, „neue Projekte aufzubauen, neue Verbindungen zu knüpfen und unserem Kampf gegen jede Form der Diskriminierung neue Impulse zu verleihen.“

„Engagement der Zuhörer“
Julien Zylberstein von der UEFA hob hervor, wie wichtig diese Konferenz gerade angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise sei. Denn, „die Geschichte hat gezeigt, dass sich die Menschen in Krisenzeiten auf sich selbst konzentrieren und alles Fremde ablehnen.“ Er fügte hinzu: „Der große französische Schriftsteller Stendhal schrieb: 'Ich habe nun lange genug gelebt, um zu erkennen, dass Anderssein Hass erzeugt'. Lassen Sie uns beweisen, dass er Unrecht hatte.“ Im Sinne der aktiven Teilnahme wurden dann die Anwesenden aufgefordert, ihre Hoffnungen und Erwartungen an die Konferenz auszudrücken. „Das Engagement der Zuhörer ist für diese Veranstaltung unglaublich wichtig“, sagte Powar.

FARE-Forum
Am Morgen hatte FARE sein Forum für Nichtregierungs-Organisationen mit Delegierten aus 35 Ländern abgehalten. Das Netzwerk gewährte einen umfassenden Einblick in Arbeit und Erfolge der letzten zehn Jahre, wie z.B. den fortgesetzten Erfolg der Mondiali, an der immer mehr europäische Nationen teilnehmen, sowie die immer besseren Kontakte zu den verschiedenen Fußballverbänden Europas. Anschließend gab es noch einen Ausblick auf künftige Kampagnen bei der FIFA-WM 2010 in Südafrika und der UEFA EURO 2012™.

von Mark Chaplin/uefa.com