GÄSTE-BLOG: Fußball lieben – Nein zu Gewalt und Rassismus sagen18 November 2010

Das gestrige Freundschaftsspiel zwischen Italien und Rumänien wurde von rassistischen Vorfällen überschattet, die gegen Mario Balotelli gerichtet waren. Über diese Vorfälle wurde von den internationalen Medien, von Europa bis nach Nordamerika und auf der gesamten Südhalbkugel, eingehend berichtet.

Die Beschimpfungen in Form von Affen- und Buhrufen waren enttäuschend und wirklich schockierend, wie dies bei allen diesen Vorfällen der Fall ist.
Die Medienberichte, einschließlich jener von normalerweise zuverlässigen Quellen wie der BBC, haben es versäumt, im Kampf gegen den Rassismus in Stadien einen wichtigen Schritt nach vorne zu machen: Das Spiel begann damit, dass Spieler beider Mannschaften zusammen ein Transparent hochhielten, auf dem zu lesen war – Fußball lieben, keine Gewalt, kein Rassismus.

Die Initiative umfasste die Zusammenarbeit sowohl der italienischen als auch der rumänischen Fußballverbände mit meiner in Bukarest ansässigen Organisation.
Drei Tage zuvor wurde das gleiche Transparent bei einem Fußballturnier für Kinder in Bukarest, Rumänien, gezeigt.
Ca. 250 Kinder im Alter von 9-11 Jahren aus 23 Mannschaften, von denen viele aus benachteiligten Familien stammten oder einen Roma-Hintergrund hatten, spielten bei diesem Turnier. Dies war das 9. Turnier gegen Gewalt und Diskriminierung, das in Rumänien organisiert wurde und es war Teil der „REACT! Macht Europa zu einem gleichberechtigten Ort für Roma“-Kampagne.

Vor dem sehr deutlich erkennbaren Hintergrund der Vorfälle in Klagenfurt mögen diese Aktionen wenig systematisch und unbedeutend erscheinen. Aber wie alle Aktivisten auf diesem Gebiet wissen, können wir lediglich Initiativen und Aktionen erarbeiten. Letzten Endes ist unsere Arbeit auf Langfristigkeit ausgerichtet und wird oftmals von dem um uns herum geschaffenen sozialen Milieu eingeholt werden.

Daniel Prodan, der' Director of International Relations' des rumänischen Fußballverbands sagte, „Dieser bedauerliche Vorfall während eines Freundschaftsspiels zwischen Italien und Rumänien zeigt einmal mehr, dass fortwährende Anstrengungen erforderlich sind, um Rassismus und Gewalt in den Stadien zu bekämpfen”.
„Der rumänische Fußballverband nimmt sowohl Rassismus als auch Gewalt in Stadien sehr ernst, und wir werden auch weiterhin alle erdenklichen Anstrengungen unternehmen, um diesem Phänomen Einhalt zu gebieten“.

Meiner Ansicht nach sind einige der Fußballdachverbände auf dem richtigen Weg und übernehmen eine Führungsrolle bei der Sanktionierung und Bekämpfung von Rassismus. Wir sollten jenen, die die richtigen Maßnahmen ergreifen, etwas Anerkennung zollen.
Sport, und insbesondere Fußball, ist ein hervorragendes Mittel, um sozialen Dialog und Miteinbeziehung zu fördern, jedoch muss die Politik sich wesentlich stärker beteiligen, damit wir tiefgreifende Veränderungen erzielen können.

Wenn Regierungen den Beispielen der UEFA und einiger nationaler Fußballverbände bezüglich der Sanktionierung dieser Phänomene folgen würden, werden derartige Veränderungen wesentlich schneller stattfinden, als die meisten von uns erwarten.

Valeriu Nicolae ist der Leiter des politischen Zenrums für Roma und Minderheiten und ein Mitglied des Aufsichtsrats des FARE-Netzwerks.Policy Centre for Roma and Minorities