Fußball verbindet – Aber einer musste gehen!12 März 2010

Der österreichische FARE-Partner FairPlay unterstützt die Initiative www.fussballverbindet.org gegen die Abschiebung eines jungen Fußballers und dessen Familie.

Bernard spielt Fußball. Er ist 9 Jahre alt. Bernard ist gut, der Talentierteste, der je in seinem Dorf Fußball gespielt hat, sagt sein Trainer. Er ist beliebt, bei seinen Teamkollegen, bei den Mitschüler/innen, bei deren Eltern und den Lehrer/innen. Bernard soll ab Sommer sogar das LAZ Wr. Neustadt besuchen. Soll, denn Bernard wurde Ende Februar abgeschoben.

Bernard ist der Sohn einer kosovarischen Familie. Er, seine Eltern und zwei Geschwister sind fester Bestandteil ihrer Gemeinde. Die Familie lebt seit einigen Jahren in Österreich, alle sprechen gut Deutsch, sie haben in ihrer Dorfgemeinschaft ein neues Zuhause gefunden. Doch innerhalb von nur 5 Tagen wird alles anders. Die Familie wird in Schubhaft genommen, nach Wien überstellt und in den Kosovo abgeschoben.

Bernards Mitspieler und sein Trainer, seine Mitschüler/innen und Lehrer/innen, Freund/innen und Bekannte nehmen das nicht hin. Sie starten eine Petition, die sich gegen die gegenwärtige Abschiebepraxis des Innenministeriums richtet und sich für die Vollziehung eines humanitären Aufenthaltes einsetzt – auch im Fall von Bernard und seiner Familie.

Prominente Unterstützung für die Aktion kommt von Helge Payer (SK Rapid Wien), Sebastian Martinez (First Vienna Football Club), György Garics (Atalanta Bergamo) und Ivica Vastic (ehem. österreichischer Nationalteamspieler und Buchautor „Gemeinsam gewinnen wir. Fußball verbindet“).

Integration durch Sport – nur leere Worte?

Bernard ist Teil eines Fußballteams und eines Vereins und damit Teil des sozialen Lebens in seiner Gemeinde. Sein Fußballspielen und sein Talent alleine sind sicherlich nicht der einzige Grund, weshalb er und seine Familie unverzichtbar für die Dorfgemeinschaft sind, hat aber dazu beigetragen. Er ist ein Beispiel dafür, wie Integration durch Sport, ein auch im aktuellen Regierungsprogramm zitiertes Konzept zur Förderung sozialen Zusammenlebens, funktioniert. Umso befremdlicher ist die Aktion des Innenministeriums.

Einer der Initiatoren von www.fussballverbindet.org und Vater eines Teamkollegen von Bernard bringt es auf den Punkt:
Es werden immer neue und strengere Gesetze erlassen. Vorgeblich um den kriminellen Kräften unter den Asylwerbern Herr zu werden. Aber angewendet werden die Gesetze auf 9-jährige, bestens integrierte Buben.

Die Auswirkungen der Abschiebung spürt das ganze Dorf. Die Mutter eines Schulkollegen beschreibt den Tag nach der Abschiebung:
<< Mama, der Bernard ist eingesperrt und am Montag kommt eine Schulpsychologin zu uns.>> Wofür? Um den Kindern zu sagen, dass eh alles nicht so schlimm ist? Es ist schlimm, sehr schlimm sogar. Seine Schulbücher, Hefte, Malsachen, Turnsackerl, Werkkoffer, Patschen, alles ist wie immer an seinem Platz — nur Bernard, dem diese Dinge gehören, ist nicht da!“

Wie kann ich helfen?

Alle, die Bernard und seiner Familie helfen wollen, können auf www.fussballverbindet.org die Petition unterschreiben.

Aktiv werden könnt Ihr auch noch folgendermaßen
• Unterschreibt die Petition und informiert weitere Menschen in eurem Freundes- und Bekanntenkreis
• Veröffentlicht einen Bericht über die Initiative auf eurer Website
• Veröffentlicht einen Bericht in euren Newslettern / Zeitschriften / Fanzines / Broschüren / Stadionzeitungen
• Schickt die Information per e-mail an weitere Personen
• Kontaktiert die Initiator/innen und erklärt eure Unterstützung
• Informiert euren lokalen Fußballverein und solidarisiert euch mit Bernard
• Schreibt Unterstützer/innenschreiben an die Initiator/innen
• Informiert die lokale Presse über die Initiative