FIFA erteilt Rassismus eine klare Absage24 Juni 2005

Aktion gegen Diskriminierung beim FIFA Konföderationen-Pokal

Die FIIFA wird heute mit Beginn der Viertelfinalpartien im Rahmen der FIFA Junioren-Weltmeisterschaft in den Niederlanden und auch am Samstag bei den Halbfinalspielen des Konföderationen-Pokals weltweit ihren 4. internationalen Tag gegen Diskriminierung begehen.

Die Topteams der beiden Turniere werden vor dem Anstoß eine klare Botschaft gegen Rassismus und Diskriminierung abgeben. Die Kundgebung besteht aus zwei wichtigen Einzelaktionen: einer Erklärung, die von den beiden Spielführern verlesen wird und in der sie jegliche Form von Diskriminierung im Fußball und in der Gesellschaft verurteilen und ablehnen. Darüber hinaus werden die beiden Mannschaften und die Spieloffiziellen gemeinsam mit einem Spruchband mit der Aufschrift „Nein zu Rassismus“ posieren.

In einem Rundschreiben an alle 205 FIFA-Mitgliedsverbände bittet der FIFA-Generalsekretär Urs Linsi darum, diese beiden Einzelaktionen gegen Diskriminierung beim nächsten World-Cup-Qualifikationsspiel in das offizielle Protokoll für das Programm vor dem Anstoß aufzunehmen.

Auch Birgit Prinz, die Torjägerin des deutschen Damenfußballs, die vor kurzem mit der deutschen Nationalmannschaft in England Europameister geworden ist, schließt sich der Kampagne an und ist einer der FIFA-Botschafter gegen Rassismus. Thierry Henry, der Vorreiter der von Nike initiierten Wristband-Kampagne “Stand Up, Speak Up!” und Kapitän der neu gebildeten Gruppe von FIFA-Botschaftern gegen Rassismus stellte sich ebenfalls hinter diese Initiative.
„Wenn alle Fußballakteure gemeinsam Diskriminierung verurteilen und dagegen ankämpfen, besteht Hoffnung, dass unser Sport von dieser Geißel befreit wird. Ich halte viel von einem aktiven Engagement der Mannschaften in den Niederlanden und in Deutschland, aus dem klar hervorgeht, dass die Spieler Rassismus ablehnen und dagegen vorgehen wollen.“

2001 verabschiedete die FIFA bei ihrem Kongress in Buenos Aires eine Erklärung gegen Diskriminierung, die heute bedeutsamer denn je ist. Angesichts der von den Medien groß dargestellten, jüngsten rassistischen Vorfälle weltweit wird jede Maßnahme zur Untermauerung dieser Erklärung begrüßt.

Das Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE) brachte sich bei der Vorbereitung der Konferenz und der Erklärung stark ein. FARE-Mitglieder sprachen zu den Konferenzteilnehmern der 205 FIFA-Mitgliedsverbände über die Probleme Rassismus und Diskriminierung. Bei dieser Konferenz traf die FIFA die Entscheidung, alljährlich einen internationalen Tag gegen Diskriminierung zu begehen. Vor kurzem führten die FIFA und FARE Gespräche zur Wiederaufnahme einer engeren partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

Daniela Conti vom italienischen FARE-Partner Unione Italiana Sport Per Tutti (UISP) kommentiert es so:
“FARE begrüßt die neuen, von der FIFA ausgehenden Aktivitäten. Die FIFA stand 2001 im Kampf gegen Rassismus an vorderster Front. Wir freuen uns, dass der Verband nun seine Bemühungen verstärkt, dem Rassismus im Fußball Einhalt zu gebieten.“

Soziale Verantwortung
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter äußert sich dazu wie folgt:
“Fußball verfügt über eine einzigartige Kraft, die man sich bei der sozialen Entwicklung und der Friedensförderung sowie der Bekämpfung von gesellschaftlicher Diskriminierung zunutze machen kann und muss. Wir empfinden große Freude, dass wir unsere Wettbewerbe nicht nur als sportliche Bühnen, sondern auch als Plattform im Bestreben präsentieren können, die drängendsten sozialen Probleme unserer Zeit ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Das gehört zu unserer sozialen Verantwortung.“