FARE begrüßt die harte antirassistische Haltung der UEFA13 Mai 2009

UEFA-Präsident Michel Platini hat in der Folge von Diskussionen des UEFA-Exekutivkomitees über mögliche Maßnahmen bei rassistischem Verhalten im Rahmen von UEFA-Begegnungen eine deutliche Botschaft gegen den Rassismus vermittelt.

Nulltoleranzpolitik
Im Rahmen einer Konferenz in Bukarest war das Komitee sich mit Platini einig darüber, dass in Bezug auf Regel 5 der Fußballregeln – die es dem Schiedsrichter erlaubt, Spiele bei jedem Eingriff von außen zu unterbrechen, vorübergehend auszusetzen oder ganz abzubrechen, eine Nulltoleranzpolitik verfolgt werden sollte.

Beleidigung der Menschenwürde
Platini erklärte, dass er ebenso wie das Exekutivkomitee über die verschiedenen rassistischen Vorfälle, die die Saison in mehreren Ländern Europas überschattet hatten, entrüstet sei. Diese Vorfälle stellen eine Beleidigung der Würde des Menschen dar, die von der UEFA weder toleriert noch schweigend übergangen werden kann. Zu einem solchen Problem zu schweigen, wäre gleichbedeutend mit Mittäterschaft, so Platini.

Konkrete Maßnahmen
Das Exekutivkomitee vereinbarte, dass die Disziplinarregeln auf der Grundlage der Fußballregeln dahin gehend klargestellt werden sollen, dass es dem Schiedsrichter gestattet ist, ein Spiel zu unterbrechen, vorübergehend auszusetzen oder ganz abzubrechen, wenn es bedingt durch das Zuschauerverhalten nicht mehr möglich ist, die Würde der Spieler zu schützen. Konkrete Maßnahmen sollen dem Exekutivkomitee zur Beratung bei dessen Sitzung inVilnius, Litauen, am 1./2. Juli vorgelegt werden.

UEFA-Generalsekretär David Taylor erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: Wir arbeiten an dieser Idee bereits seit längerer Zeit, und halten die Zeit für gekommen, dem Schiedsrichter die Unterbrechung, Aussetzung oder den Abbruch des Spiels wegen Eingriffen jeder Art von außen zu gestatten. Das kann für 10 Minuten sein, aber auch für eine längere Zeit, je nach den Umständen.

Die Entscheidung wird von antirassistischen Aktivisten begrüßt
In den vergangenen Jahren hat eine Reihe rassistischer Vorfälle, hauptsächlich solche, bei denen es zu rassistischen Sprechchören von Heim- oder Gästefans kam, die Atmosphäre bei etlichen Spielen vergiftet und die UEFA wurde oft dafür kritisiert, dass sie nur relativ harmlose Strafgelder und Sanktionen gegen die betroffenen Klubs verhängt hat.

Piara Powar, Direktor der britischen FARE-Aktivisten Kick It Out kommentiert:
Wir begrüßen die Einführung sportlicher Sanktionen, da diese ein wesentlich effektiveres Mittel zum Umgang mit dem Problem darstellen. Strafgelder sind zwar unter gewissen Umständen sinnvoll, aber kaum abschreckend für die wohlhabenderen Klubs, die diese ohne Probleme bezahlen können. Spielunterbrechungen und Spielabbrüche unmittelbar bei Auftreten diskriminierender Verhaltensweisen hingegen wirken als ein starkes Signal an Fans und Vereine, dass ein solches Verhalten nicht toleriert wird.