Die FARE-Aktionswoche erreicht an diesem Wochenende ihren Höhepunkt24 Oktober 2008

Übers Wochenende erreicht die Aktionswoche des FARE-Netzwerkes gegen Rassismus in Europa mit einer Reihe von Events, sowohl auf Profi- als auch auf Amateurebene, ihren Höhepunkt. Daran nehmen Fangruppen, Spieler, Vereine, NROs und Organisationen ethnischer Minderheiten teil.
Die 9. Auflage der FARE-Aktionswoche, die vom 16.-28. Oktober läuft, umfasst eine bisher noch nie dagewesene Anzahl 40 europäischer Länder, die sich am Kampf für eine von Diskriminierung und Ausschluss freie Fußballwelt beteiligen.

Beim UEFA-Cup-Spiel gestern Abend vereinigte Sampdoria sich mit FK Partizan in Belgrad in einer bemerkenswerten symbolischen Aktion: Die Spieler beider Mannschaften trugen auf dem Spielfeld FARE T-Shirts und präsentierten Karten mit der Botschaft „We don´t divide Black and White – We Unite“ („Wir trennen schwarz und weiß nicht – wir vereinigen“). Die UEFA Champions League bot diese Woche eine gewaltige öffentliche Plattform zur Weiterverbreitung der einheitlichen Botschaft der FARE-Aktionswoche. Über 570.000 Leute waren von der Botschaft in den 16 Stadien direkt berührt.

FIFA WM-Qualifikationsspiele durch Rassismus verdorben
Eine Reihe rassistischer Zwischenfälle während der FIFA WM-Qualifikationsspiele vergangene Woche, zeigen die Notwendigkeit für eine fortwährende Wachsamkeit aller Akteure des Spiels.

Kurt Wachter von der österreichischen FARE-Gründungsorganisation FairPlay-vidc, sagte:

Wir haben bei der Bekämpfung des Rassismus im Fußball schon viel erreicht, wir dürfen uns jedoch nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Beim Qualifikationsspiel in Bratislava konnten wir antisemitische und rassistische Verhaltensweisen seitens der polnischen Fans beobachten, in Zagreb gaben kroatische Anhänger während des Spiels gegen Andorra – abermals – nazistische und anti-serbische Parolen zum Besten, und beim Spiel zwischen Bulgarien und Italien kam der Faschismus seitens beider Fangruppen unverhohlen zum Vorschein. Es ist immer noch dringend nötig, gegen Rassismus Stellung zu beziehen.

Skandinavische Spieler zeigen dem Rassismus die rote Karte
Ein Höhepunkt des kommenden Wochenendes ist die starke Beteiligung der Spieler und Profivereine in ganz Skandinavien. Die norwegische „Gi rasisme rødt kort”-Kampagne koordiniert Anti-Rassismus-Events bei Erstligaspielen sowohl der Männer als auch der Frauen. Zu Beginn der Aktionswoche wurde des Weiteren ein Schulwettbewerb gestartet. Im benachbarten Schweden organisiert die Spielervereinigung ebenfalls eine „Ge rasismen rött kort“-Kampagne. Die Flyer der Kampagne werden an schätzungsweise 135.000 Zuschauer verteilt werden. Bei der Mannschaftsaufstellung wird eine kurze DVD gezeigt und die Spieler werden rote Karten hochhalten. In Dänemark wird die Spielervereinigung beim Spiel Randers gegen Ålborg ein Anti-Rassismus-Event veranstalten. Die Spieler zeigen die rote Karte, und während der Halbzeitpause findet ein antirassistisch ausgerichteter Wettbewerb im Elfmeterschießen statt. Vergangenes Wochenende nahmen der finnische Fußballverband und die nationale Liga (Veikkausliiga) an der FARE-Aktionswoche teil.

Neue Bewegung in Russland
Im Einklang mit der Gewichtung, die das FARE-Netzwerk auf Kampagnen für eine von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung freie Fußballkultur in Osteuropa legt, hat FARE einer zunehmenden Anzahl von Initiativen und Menschenrechts-NROs in den früheren Sowjetrepubliken finanzielle Unterstützung zukommen lassen.

Maccabi Moskau, ein Fußballverein einer jüdischen Gemeinschaft, organisiert im Rahmen der FARE-Aktionswoche zwei multi-ethnische Fußball-Events. In St. Petersburg hat Put Domoi, eine Organisation die hauptsächlich mit Obdachlosen arbeitet, ein „Fußball gegen Rassismus“-Turnier für sich aus Obdachlosen und Flüchtlingen zusammensetzende Mannschaften im Metrostoy Stadium ausgerichtet. In Georgien unterstützt FARE ein Projekt der NRO Brücken der Freundschaft „Kartlosi”, das sich des Fußballs als Mittel zur Einbeziehung sowohl der ethnischen Georgier als auch der Ossetier bedient, die im Grenzgebiet von Thskhinvali leben, in dem erst kürzlich ein bewaffneter Konflikt ausgebrochen war.

Gastgeberland der EURO 2008 steht voll und ganz hinter der Kampagne
Alle Vereine der österreichischen Bundesliga sowie die Kampagne “Fair Play. Different Colours. One Game.” arbeiten zur Weiterverbreitung einer aussagekräftigen Botschaft für Vielfältigkeit und gegen Ausländerfeindlichkeit zusammen. Drei Spieler jeder Mannschaft werden vom Spielfeld aus persönlich gegen Rassismus Stellung nehmen. Das Motto „Ich bin gegen Rassismus” wird in den Stadien auf Transparenten, den Videoleinwänden, den T-Shirts der die Spieler eskortierenden Kinder sowie auf den von den Spielern und Schiedsrichtern gezeigten weißen und schwarzen Karten zu sehen sein.

Die englische Premier League ist dabei
In der englischen Premier League stehen die am Sonntag, 26. Oktober, stattfindenden Spiele, Chelsea gegen Liverpool, Portsmouth gegen Fulham, Tottenham Hotspur gegen Bolton Wanderers und West Ham United gegen Arsenal, alle im Zeichen des Feierns von Vielfältigkeit sowie des Ausmerzens rassistischer Beschimpfungen.

FARE ist zuversichtlich, dass auf solch hohen Ebenen stattfindende Aktionen die Philosophie der Aktionswoche erfolgreich an die gesamte europäische Fußballfamilie, einschließlich jener Länder und Ligen, in denen rassistische Verhaltensweisen und Schikanen nach wie vor ernsthafte Probleme für den Fußball sowie für die Gesellschaft als Ganzes aufwerfen, vermitteln werden.