FARE-Konferenz gegen Rassismus07 Februar 2004

Auf Einladung des FC Schalke 04 nahmen am Wochenende über 70 Mitglieder verschiedener Fangruppierungen, antirassistischer Initiativen und Migrantenorganisationen aus 19 Ländern an der zweiten Basiskonferenz des europäischen Netzwerkes Football Against Racism in Europe (FARE) teil, die von der Schalker Fan-Initiative in der Arena AufSchalke durchgeführt wurde.

Die Konferenz galt als offizieller Teil der 100-Jahr-Feierlichkeiten des Vereins. Der FC Schalke 04 hat eine stolze Geschichte der Zusammenarbeit mit Migrantengruppen aufzuweisen, dies insbesondere mit polnischen Einwanderern, die bei der Etablierung des Traditionsvereins eine maßgebliche Rolle gespielt haben.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Verein erläuterte FARE-Vertreter Michael Fanizadeh die von FARE geplanten Aktivitäten im Bereich der Aufklärungsarbeit und Fanbetreuung bei der EM 2004 in Portugal. Bei diesem Turnier wird FARE in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Football Supporters International (FSI) Fanbotschaften für Fußballfans aus 10 Ländern einrichten. Diese Arbeit wird zum ersten Mal von der UEFA mit der Summe von 600.000 Schweizer Franken unterstützt, die FARE im Rahmen des UEFA-Wohltätigkeitsprogramms zugesprochen wurde.

Die Philosophie hinter den Fanbotschaften ist einfach: Fans helfen Fans. Die Mitarbeiter der jeweiligen Botschaften kommen aus den unterschiedlichsten Fanorganisationen, stellen alle notwendigen Informationen zur Verfügung und sind geschult, um auch mit schwierigsten Situationen umzugehen. Die Idee der Fan-Botschaften, die Gewalt dadurch verhindern sollen, in dem sie als Informations- und Beratungsstelle für alle Fans zur Verfügung stehen, wurde bei der EURO 1996 in England erstmals umgesetzt.

Aufgrund der gesammelten Erfahrungen bei den wichtigsten europäischen Fußballturnieren der letzten acht Jahre sind die FSI und FARE der Meinung, dass ihre Arbeit sich sehr positiv auf das Verhalten der Fans bei der EM auswirken wird.

Zehn Fanarbeiter-Teams sollen bis Juni entsprechend ihrer Aufgaben in Portugal vorbereitet werden. Dazu gehören Deutschland, England, die Niederlande, Italien, Frankreich, Spanien, die Schweiz, Dänemark, Schweden und Portugal.

An der gemeinsamen Pressekonferenz nahmen auch der Schalker Manager Rudi Assauer sowie Cheftrainer Jupp Heynckes teil. Es wurden verschiedene Aktionen gegen Rassismus beim Bundesligaspiel gegen 1860 München angekündigt: die Stadionzeitung wird z.B. eine antirassistische Botschaft an die 60.000 Fans in der Arena AufSchalke durch den Vereinspräsidenten Gerhard Rehberg enthalten und es wird ein Filmclip gegen Rechts gezeigt. Es wird eine FARE-Choreographie geben und die Schalker Fan-Initiative, die die Organisation der Konferenz vor Ort übernimmt, wird ein Riesentransparent in der Arena aufhängen.