Events in Belgrad und Genua zum Abschluss der FARE-Aktionswoche31 Oktober 2007

Nach fast zwei Wochen und einer großen Aktionsreihe auf Profi- und Basisebene geht heute die 8. Auflage der FARE-Aktionswoche mit bedeutenden Aktionen bei Ligaspielen in Italien und Serbien zu Ende.

Aktion in Italien
In Italien werden die Spieler des UC Sampdoria sowie des AC Mailand das Spielfeld mit einem Transparent gegen Rassismus betreten. Das Projekt wurde von der Fangruppe „Rude Boys & Girls“ organisiert, die die Spieler mit einer Anti-Rassismus-Choreographie unterstützt.

In Belgrad tragen die Spieler der beiden Mannschaften Partizan und Borac Cacak zwei große Transparente mit dem Motto von Partizan, “We don´t divide, black – white, we unite“, aufs Spielfeld.

Cacaks Schande
Während des Aufwärmens tragen sowohl die Spieler als auch die Schiedsrichter T-Shirts mit Anti-Rassismus-Botschaften. Die Fans von Cacak beschämten den Verein in der letzten Saison durch rassistische Zwischenfälle.

Im Oktober 2006 setzte sich eine Gruppe von Borac-Anhängern Ku-Klux-Klan-Mützen auf und zeigte Transparente mit Botschaften wie z.B. „Der Spieler sollte gehen, niemand will in hier haben” oder „Der Süden wird sich wieder erheben“. Sie demonstrierten damit gegen einen ihrer eigenen Spieler – Mike Tamvaniere aus Simbabwe.

Die Fans zeigten auch die Flagge der Konföderierten der Südstaaten der USA und riefen „Mit Hitler, Hitler und Sieg Heil“ und stimmten verhöhnende Tamvaniere-Sprechchöre an. (Für weitere Einzelheiten siehe www.farenet.org).

Young Boys Bern
In der Schweiz gehen die Anti-Rassismus-Aktivitäten der Super-Liga im November mit einem Event beim Spiel Young Boys Bern gegen den FC Zürich zu Ende, bei dem der Fanclub „Geimeinsam gegen Rassismus/HalbZeit” die Spieler beider Mannschaften mit Transparenten ausstattet, auf denen „Gemeinsam gegen Rassismus“ und „Gemeinsam gegen Sexismus“ zu lesen ist.

Die Spieler sind auch in dem Videoclip zu sehen, der über die Leinwand des Stadions ausgestrahlt werden wird. Darin vermitteln sie antirassistische Botschaften.

Darüber hinaus werden die Fans ein 50 m langes Transparent an der Tribüne befestigen, spezielle T-Shirts anfertigen und in ihrem Block eine Choreographie aufführen.

Qualifikationsspiele zur UEFA EURO 2008tm machen auf den Kampf gegen Rassismus aufmerksam
Eine Reihe von EURO-Qualifikationsspielen läuteten die diesjährige FARE-Aktionswoche am 17. Oktober ein.

Beim Spiel Bosnien-Herzegowina gegen Norwegen präsentierten die Spieler ein Transparent mit der Aufschrift „Nein zum Rassismus, stoppt Nationalismus”.

In Malta trugen Kinder T-Shirts mit einer antirassistischen Botschaft. Auch die Spieler der Mannschaften von Malta und Moldawien beteiligten sich an der Aktion, indem sie dem Rassismus während der Aufstellung die rote Karte zeigten.

Beim Spiel Irland gegen Zypern trugen die Mannschaftskapitäne „Vereint gegen Rassismus“-Armbinden und Kinder trugen ein riesiges Anti-Rassismus-Transparent aufs Spielfeld. Ähnliche Aktivitäten fanden auch in Kiew statt, wo ein Transparent mit einer antirassistischen Botschaft vor den Spielern der Ukraine und der Faröer Inseln ausgebreitet wurde. Weitere Aktivitäten fanden bei den Qualifikationsspielen der Niederlande gegen Slowenien, Deutschland gegen Tschechien, Türkei gegen Griechenland, Belgien gegen Armenien und Polen gegen Ungarn statt.

Darüber hinaus umfassten die Anti-Rassismus-Aktivitäten beim Freundschaftsspiel Österreichs gegen die Elfenbeinküste in Innsbruck den Auftritt einer afrikanischen Nationalmannschaft. Fans im Stadion führten Choreographien auf, Kinder trugen T-Shirts mit dem Slogan „Ein Ball – eine Welt“.

Die Spiele der wichtigsten Vereine der UEFA, nämlich die der Champions League, eigneten sich ebenfalls als Bühne für die FARE-Aktionswoche. Europas Top-Fußballer trugen zur Übermittlung der Botschaft bei, dass Rassismus und Diskriminierung im europäischen Fußball nichts zu suchen haben. Alle 32 an der UEFA Champions League teilnehmenden Mannschaften brachten als Teil des Beitrags der UEFA zur FARE-Aktionswoche ihre Abneigung gegenüber Rassismus zum Ausdruck.

Fans United
Fans in ganz Europa spielen im Rahmen der FARE-Aktionswoche eine aktive Rolle. Bei Ligaspielen in Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, England, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Portugal, Russland, Schottland, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Schweiz und der Ukraine organisierten Fanclubs antirassistische Aktivitäten und Choreographien.

Die Brigada Anti Fascista, in der mehrere Fanclubs von Standard Lüttich kooperieren, gestaltete ein großes Transparent, die Bohemians Ultras vom FC Bohemians 1905 verteilten Aufkleber.

Die Association Portuguesa de Adeptos verteilte Handzettel beim FC Porto, die Riazor Blues von Deportivo La Coruña fertigten für das Spiel gegen Valencia CF antirassistische T-Shirts an, und die Brigadas Amarillas bereiteten für das Zweitligaspiel Cádiz CF gegen Las Palmas ein Anti-Homophobie-Transparent vor.

In Griechenland erhielten die Fans bei allen Spielen der ersten Liga rote Karten gegen Rassismus. In Deutschland organisierten Fanclubs wie z.B. der Supporters Club Düsseldorf, Filmstadtinferno Babelsberg, Chosen Few Hamburg/Poptown '98/Blaue Armee Fraktion vom Hamburger SV, die Schalker Fan-Initiative, die Faninitiative 1953international Dresden, Wilde Horde 1996 aus Köln, Sportstudio Hundertmeister Duisburg und noch viele andere antirassistische Projekte. Der Fanladen St. Pauli und die Hertha Junxx veranstalteten Aktivitäten zur Bekämpfung der Homophobie im Fußball. In Frankreich wurden bei Paris St. Germain und beim AS Nancy Choreographien aufgeführt. In Österreich wurden bei Rapid Wien, beim SV Mattersburg, bei Wacker Innsbruck und beim SCR Altach spezielle Anti-Rassismus-Choreographien gezeigt, als die Spieler dem Rassismus die rote Karte zeigten.

Europäische Top-Ligen beziehen Stellung gegen Rassismus
Israel nimmt dieses Jahr zum ersten Mal an der europaweiten Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung teil. Das Event findet am 4. November vor dem größten Spiel der israelischen Premier League zwischen Beitar Jerusalem und Maccabi Haifa statt. Das Ziel ist, den Rassismus gegen die arabische ethnische Minderheit Israels, eingewanderte Spieler und schwarze Spieler aus dem Ausland zu bekämpfen.

Auch die Ligen Griechenlands, Schwedens und der Schweiz nahmen zum ersten Mal an der FARE-Aktionswoche teil.

Die regelmäßige Teilnahme aller 92 professionellen Vereine in England und Schottland verdient es, erwähnt zu werden. Die deutsche Bundesliga weitete ihr Engagement über zwei Wochenenden aus, um allen 36 Vereinen die Möglichkeit zu geben, ihre Anti-Rassismus-Aktivitäten bei einem Heimspiel durchzuführen. Auch die Ligen Österreichs, Irlands, Mazedoniens, Portugals, Serbiens und Sloweniens waren aktiv.

Die Aktivitäten zielten darauf ab, das Bewusstsein für das Problem zu schärfen und die Entschlossenheit zu unterstreichen, mit der im Fußball gegen das Problem angegangen wird. Die Initiativen wurden von an der Kampagne teilnehmenden NROs, Fangruppen, Vereinen, nationalen Vereinigungen, ethnischen Minderheiten, Jugendgruppen und Schulen geleitet.

Die FARE-Aktionswoche wird vom Netzwerk Football Against Racism in Europe in Zusammenarbeit mit der UEFA koordiniert.