Eigenrauch verurteilt Rassisten12 Juli 2005

Der ehemalige Profi des FC Schalke 04 Yves Eigenrauch berichtete kürzlich über die Erfahrungen, die er während seiner Karriere beim deutschen Bundesligisten mit Rassisten gemacht hat. Die offene Diskussion fand bei der von FARE gesponserten Mondiali Antirazzisti, einem antirassistischen Fußballfest, das jedes Jahr in Italien durchgeführt wird, statt.

Yves Eigenrauch, der 1997 mit Schalke den UEFA-Cup gewann, erzählte dem Publikum wie er Anfang der 90er in die antirassistische Arbeit mit einbezogen wurde:

„Damals kriegten wir die Affenlaute, die während des Spiels gegen die schwarzen Spieler gerichtet wurden, mit. Das Problem kannte ich schon aus meiner Schulzeit, da wir bei uns viele türkische Kinder hatten. Als die Schalker Fan-Initiative 1992 Andreas Müller, Jens Lehmann und mich diesbezüglich ansprach, haben wir spontan zugesagt, beim Verteilen von Flugblättern in der Gelsenkirchener Innenstadt mitzumachen.”

Neben Eigenrauch nahm auch Heiko Schlesselmann an der Diskussion teil. Der St. Pauli-Fan und Anti-Rassismus-Aktivist beschrieb die Situation in der deutschen Regionalliga so:

“Bei jedem Auswärtsspiel werden wir von Nazi-Hooligans 'begrüßt', da wir den Ruf eines linken Fußballvereins haben. Diese Neonazis bringen ihre Symbolik und ihre T-Shirts ins Stadion mit, aber das scheint den Vereinen der Regionalliga egal zu sein.“

“Im April spielten wir in Chemnitz im Osten Deutschlands. Wir hatten ein Transparent zur Erinnerung an die Befreiung vom Faschismus vor 60 Jahren mit, das wir aber nicht aufhängen dürften. Gleichzeitig konnten die Chemnitzer Fans eine Reichskriegsflagge mit der Zahl 88 zeigen, die für HH, also Heil Hitler, steht. Die Ordner und die Polizei scheinen auf einem Auge blind zu sein.“

Eigenrauch, der 229 Mal für Schalke 04 spielte, ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was ein Profi im Kampf gegen Rassismus leisten kann. Einmal, als er verletzt ausfiel, sprach er einen Schalke-Fan in der Kurve an, der eine Fahne mit rassistischem Inhalt schwenkte. Der Fan wurde später mit einem Stadionverbot belegt.