Wieder Rassismus im Bernabeu-Stadion: eine doppelte Schande!24 November 2004

Knapp eine Woche nach den schockierenden Szenen im Santiago-Bernabeu-Stadion haben Fans von Real Madrid wieder Schande über die Arena gebracht.

Das neueste Vorfall ereignete sich am vergangen Dienstag, dem 23. November 2004, bei der Begegnung zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen im Rahmen der UEFA Champions League. Bei jeder Ballberührung wurde der bei Leverkusen spielende Brasilianer Roque Junior mit Affengebrüll überschüttet.

Im Fernsehen zu sehen waren kleinere Gruppen mit Real-Fans, die mit Hakenkreuz-Tätowierungen übersät waren und immer wieder den Hitler-Gruß zeigten. Außerdem wurden Fahnen von deutschen Neonazis gezeigt. Anscheinend wurden keine Fans wegen rassistischen Verhaltens von den Ordnern bzw. von der Polizei des Stadions verwiesen.

Neuliche Vorfälle im Bernabeu-Stadion
In der vergangenen Woche mussten die schwarzen englischen Nationalspieler während eines Freundschaftsspiels gegen Spanien an gleicher Stelle ähnliche Schmährufe über sich ergehen lassen. Diese Vorfälle haben internationales Entsetzen ausgelöst. Dieses Spiel fiel in den Zuständigkeitsbereich der FIFA und die Vorkommnisse werden zurzeit vom Weltfußballverband untersucht.

UEFA
Da sich der neueste Vorfall während eines Spiels in der Champions League ereignete, ist die UEFA dafür zuständig. Erst nach Erhalt des Schiedsrichterberichts werden die Untersuchungen eingeleitet. In der Vergangenheit hat die UEFA Strafgelder gegen Vereine, deren Fans sich rassistisch verhalten haben, verhängt. Sie kann außerdem bestimmen, dass betroffene Vereine eins oder mehrere Spiele vor leeren Rängen auszutragen haben oder in Extremfällen gar aus dem Wettbewerb ausgeschlossen werden.

UEFA-Sprecher William Gaillard sagte:
“ Die Strafe wird von der Schwere des Vergehens abhängen. Sie kann von einem Spiel vor fremder Kulisse oder vor verschlossenen Toren bis zum Ausschluss des Teams reichen. Die Strafe richtet sich nach den eingehenden Berichten und bisherigen Fällen und es können außerdem Videobeweise herangezogen werden. Der Schiedsrichterbericht sowie der Bericht des Spielbeobachters werden innerhalb von 48 Stunden nach dem Spiel eingereicht. Sollten diese auf rassistisches Gebrüll verweisen, wird der Vorfall an die Kontroll- und Disziplinarkammer der UEFA weitergeleitet.”

Die Strafgelder werden von der UEFA ihren Wohltätigkeitspartnern wie z.B. FARE zugewiesen. Diese Mittel werden dann von FARE eingesetzt, um Rassismus durch Bildungsmaßnahmen und öffentlichkeitswirksame Initiativen wie z.B. die “Rassismus-Hotline“ bei der EM 2004 entegegenzuwirken.