Rassistische Ausfälle von Fans aus Kroatien: FARE will Taten sehen18 Juni 2004

Heute werden Vertreter des europäischen Netzwerkes gegen Rassismus im Fußball (FARE) die dringende Einleitung von Maßnahmen verlangen, nachdem beim gestrigen EM-Spiel Kroatien gegen Frankreich in Lieira rassistische Sprechchöre und neonazistische Transparente zu hören bzw. zu sehen waren.

Während des Spiels kam es laut Meldungen von FARE-Mitarbeitern sowie anderen im Stadion anwesenden Fans wiederholt zu Massenschmähungen wie z.B. „Affenlauten“ und Rufen à la „Geht zurück nach Afrika“, die sich gegen die französische Mannschaft richteten. Transparente mit neonazistischer Symbolik sollen auch im Stadionrund aufgehängt worden sein.

Aufgrund des Ausmaßes der Beschimpfungen hat sich FARE zu einer ungewöhnlichen Maßnahme entschlossen: Das Netzwerk will nämlich die UEFA dazu auffordern, noch während des laufenden Turniers sofortige Strafmaßnahmen wie z.B. eine Abmahnung oder eine Geldbuße einzuleiten.

UEFA soll dafür sorgen, dass bei zukünftigen Spielen Ordnungsdienst und Polizeibehörden rassistische oder neofaschistische Transparente erkennen und entfernen.

Piara Powar, Leiter des englischen FARE-Partners „Kick It Out“, sagte heute:

„Bisher ist das Turnier relativ gut verlaufen. Zwar wurden uns einige Probleme wegen der Anwesenheit einiger Neonazis gemeldet, es hatte jedoch keine Anzeichen für ein solch massenhaftes Auftreten von Rassismus gegeben. Die Meldungen vom Kroatien-Spiel sind eindeutig. Sie stammen von erfahrenen Beobachtern und müssen dringend behandelt werden.

„Es ist zu befürchten, dass die Spieler der englischen Mannschaft ähnlich schlecht behandelt werden wie im Oktober 2002 beim Spiel gegen die Slowakei. Ein solches Szenario wird dadurch komplizierter gemacht, dass einige der vielen englischen Fans, die zum Spiel gegen Kroatien erwartet werden, darauf negativ reagieren könnten.

„Die UEFA hat gesagt, dass sie alle Vorkommnisse dieser Art überprüfen will. Im Laufe des Tages werden wir einen Bericht einreichen.“