Balotelli lässt Fans nach rassistischen Schmähungen wissen: „ein ethnisch gemischtes Italien existiert bereits“18 November 2010

Nach Italiens Unentschieden gegen Rumänien, lässt der italienische Stürmer Mario Balotelli verlauten, dass er rassistischen Beschimpfungen zunehmend überdrüssig ist.

Der 20-Jährige, der zum zweiten Mal das italienische Trikot trug, wurde bei jeder seiner Ballberührungen während des Freundschaftspiels in Klagenfurt, Österreich, Opfer von rassistischen Schmähungen.

Rassistische Transparente
Während des Spiels konnte man Banner mit der Aufschrift „Es gibt keine Schwarzen in Italien“, „Nein zu einem multi-ethnischen Italien“ und „Nur Italiener in die italienische Nationalmannschaft“ sehen.

Letzteres zielte auf Cristian Ledesma, eingebürgerter italienischer Mittelfeldspieler, der in Argentinien geboren wurde, ab.

Balotelli stammt aus Brescia und ist Sohn ghanaischer Immigranten. Er teilte Mediaset mit: „Ehrlich, ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Wenn man jedes mal diese Gesänge hören muss, kann man nicht wirklich einfach so weiter machen. Ich überlasse es anderen, ein Urteil darüber zu fällen. Ich bin glücklich im Nationalteam zu sein.

„Es wäre falsch, mit dem Fußball aufzuhören, weil ein paar Fans im Stadion auftauchen und sich derart benehmen. Wir müssen diese Leute ändern, aber das ist nicht meine Aufgabe.“

Prandeli angewidert
Der italienische Nationaltrainer Cesare Prandelli sagte er sei „angewidert“ ob der Beschimpfungen. Er fügte hinzu: „Ich werde definitive meine Ansichten nicht ändern. Mein Team wird immer für jeden Spieler, der einen italienischen Pass hat, offen sein.

„Meine Verärgerung und Enttäuschung sind so groß, dass ich gern ein heftiges Statement abgeben würde aber ich halte mich lieber zurück um ihnen (den Rassisten) nicht noch mehr Öffentlichkeit zu bieten.

„Es ist ein Zeichen, dass unser Land viele Probleme hat, aber wir vergessen, dass wir über Jahrzehnte hinweg das Land mit den meisten Emigranten waren. Italiener findet man überall auf dieser Welt.

„In Momenten wie diesen, brauchen wir eine starke symbolische Geste, deshalb habe ich Bolatelli zu Ende des Spiels umarmt. Wenn so etwas wieder passiert, werden wir das alle tun.“

Rechte Fans
Kurt Wachter, Koordinator des österreichischen FARE Partners FairPlay berichtete:
„Wie uns von Leuten die im Stadion waren berichtet wurde, waren nicht nur italienische Fans involviert, sondern auch eine Gruppe rumänischer Anhänger schmähte Mario Balotelli während des ganzen Spiels mit rassistischen Affenlauten. Da das Stadion mit 5.400 Zuschauer nur sehr schütter besetzt war, waren die beiden xenophoben Fangruppen lautstark zu hören“