Brandanschlag auf antirassistische Gruppe25 Mai 2004

Der 7. Mai 2004 war ein trauriger Tag für „Ludia proti rasizmu“ [Menschen gegen Rassismus], eine in der Slowakei ansässige Gruppe gegen Rassismus. Einen Tag vor dem nationalen Feiertag des Sieges über den Faschismus im Zweiten Weltkrieg wurde auf ihr Büro ein Brandanschlag verübt. Ein Flasche mit brennbarer Flüssigkeit sowie abgebrannte Streichhölzer wurden in der Nähe des Büros gefunden. Der Brand wird als Brandstiftung eingestuft, und es wird vermutet, dass die Angreifer Neonazis waren.

Zum Glück wurde bei diesem Übergriff niemand verletzt. Nur weil ein Kollege zum Zeitpunkt des Anschlags im Büro war, konnte das Feuer früh genug gestoppt werden und breitete sich nicht in die anderen Räume aus. Ein Raum brannte jedoch total aus, wobei wertvolle EDV-, Telekommunikations- und Kopiergeräte zerstört wurden. Daher bittet die Gruppe um Hilfe, um diese wichtigen Ausrüstungen ersetzen zu können.

„Wir sind in der Vergangenheit öfters von Neo-Nazis per Telefon, Post oder E-Mail bedroht worden. Es ist jedoch nichts Ernsthaftes passiert – bis jetzt. Dieser Brandanschlag ist ein Zeichen von Angst und Hass, nicht jedoch von Angst unsererseits – sie haben Angst und deswegen sind sie so verzweifelt.

Wir werden mit unseren Aktivitäten nicht aufhören, ganz im Gegenteil: Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit der Polizei und mit den Behörden verstärken, um noch mehr Druck auf sie auszuüben.

Der Anschlag hat jedoch unser Büro schwer beschädigt. Da wir nicht versichert waren, ist der Schaden ziemlich hoch. Drei PCs, ein Kopierer, eine TK-Anlage, ein Scanner und diverse Möbel sind komplett zerstört.“
Daniel Milo („Menschen gegen Rassismus“).

„Menschen gegen Rassismus“ ist besonders aktiv im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus in der Slowakei. Sie hat bereits dutzende Verfahren gegen Neonazis initiiert und bietet Opfern rassistischer Übergriffe rechtliche Hilfe und Unterstützung. Außerdem leistet sie öffentliche Bildungsarbeit über die Gefahr von Neonazigruppen für die Gesellschaft. Mit der Polizei hat sie bei der Festlegung und Entwicklung neuer Ansätze im Umgang mit Rechtsextremisten erfolgreich zusammengearbeitet, so dass viele rassistische Aktivitäten unterbunden werden konnten.