Anti-Rassismus-Weltmeisterschaft in Italien erreicht ihren Höhepunkt09 Juli 2010

Zeitgleich mit der Schlussphase der FIFA-Weltmeisterschaft in Südafrika erreicht auch die Anti-Rassismus-Weltmeisterschaft – die Mondiali Antirazzisti im Laufe des Wochenendes ihren Höhepunkt.
In Casalecchio, einer Stadt nahe Bologna, versammeln sich zur 14. Ausgabe des nicht-kommerziellen Fußball-Festivals 204 Fußballmannschaften aus 34 verschiedenen Ländern. Das internationale Anti-Rassismus-Festival begann am 07. Juli, dauert 5 Tage, und endet mit dem Endspiel am Sonntag, den 11. Juli.
Das Thema der diesjährigen Mondiali ist „Gleiche Rechte für”. Die Organisatoren erklären: Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Gleichberechtigung nicht existieren kann, wenn nicht alle Bürger eines Landes die gleichen Rechte haben.
Bereits am Dienstag begannen Teilnehmer aus ganz Europa in der Nähe des Salvador Allende Sport-Parks damit, ihre Zelte aufzubauen. Am Mittwoch Morgen befanden sich bereits 250 Kinder, die an den Sommer-Camps des UISP Bologna teilnehmen, im Park. Die Kinder waren mit Spielen und sportlichen Aktivitäten beschäftigt. Es ist zur Tradition geworden, dass der erste Tag dem Gedenken der Menschen gewidmet wurde, die während des 2. Weltkriegs in der Widerstandsbewegung aktiv waren.
Das jährlich stattfindende Ereignis wird von der FARE-Partnerorganisation Progetto Ultrà – UISP Emilia Romagna – in Zusammenarbeit mit Istoreco, FARE – Fußball gegen Rassismus in Europa – sowie der Stadt Casalecchio organisiert und von der Region Emilia Romagna und der Provinz Bologna unterstützt.
Das nicht wettbewerbsorientierte Turnier wird von Mannschaften mit vielen unterschiedlichen Hintergründen bestritten: Der Großteil der Mannschaften setzt sich aus Anti-Rassismus-Gruppen (48), gefolgt von aus Migranten und ethnischen Minderheiten angehörenden Personen (40) sowie Ultra- und Fan-Teams (35) zusammen. 132 Mannschaften haben weibliche und männliche Mitglieder, 68 setzen sich nur aus Männern und lediglich 4 ausschließlich aus Frauen zusammen. Der größte Wert wird auf Fair Play gelegt: Es gibt keine Schiedsrichter, sondern lediglich einen Spielfeldverantwortlichen, der die Zeit und den Punktestand im Auge behält.
Bei der Anti-Rassismus-Weltmeisterschaft dreht sich jedoch nicht alles nur um Sport, sondern auch um Musik und Parties. Unter den Bands, die jeden Abend auf der Freiluftbühne auftreten, befinden sich La Maquina (Spanien), Jamaram (Deutschland), The Gang, Malavida und Los Fastidios (alle aus Italien).
Schwerpunkt – Bekämpfung von Homophobie und Sexismus
Die Mondiali Antirazzisti setzt ihre Bemühungen im Kampf gegen Sexismus und Homophobie fort. Es nehmen mehrere sich öffentlich als lesbisch oder schwul bekennende Mannschaften teil und der Samstag Nachmittag ist für das Frauen-Fußballturnier reserviert. Heute Abend findet auf der Piazza Antirazzista eine Diskussion über den „Abbau von Geschlechterstereotypen“ statt, an der Gaia Giuliani (Universität Sydney), Porpora Marciano (MIT), Jason Hall (Justin Campaign) und Silvia Cavalieri (Donne Pensanti) teilnehmen. Sie werden praktische Wege zur Bekämpfung von Stereotypen im Fußball diskutieren.
Der Konferenz in Wien vergangenen Dezember und der Konferenz schwuler und lesbischer Fan-Gruppen in Berlin im Mai folgend, ist die Mondiali Antirazzisti eine weitere Aktivität im Rahmen des EU-Projekts Fußball für Gleichberechtigung.
Die Aktionen werden teilweise von der Europäischen Kommission (GD Justiz) im Rahmen des Grundrechte, Bürgerrechte und Freizügigkeits-Projekts finanziert und sind Teil des jährlichen FARE-Aktionsplanes, der von der UEFA unterstützt wird.
2009 wurden die Finanzen der Anti-Rassismus-Weltmeisterschaft aufgrund zweier heftiger Unwetter arg geschwächt. Die Organisatoren haben einen Spendenaufruf gestartet, um diese einzigartige Veranstaltung zu retten.