Aktionswoche gegen Rassismus startet heute – Aktionen in 33 Ländern14 Oktober 2004

Heute beginnt die größte Serie antirassistischer Aktivitäten, die es im europäischen Fußball je gab: die FARE-Aktionswoche (Football Against Racism in Europe).

In den nächsten zwölf Tagen werden sich große Teile der europäischen Fußballfamilie im Zuge der FARE-Aktionswoche symbolisch gegen Rassismus und Diskriminierung vereinen.
Hunderte von Fußballvereinen, Fangruppen, Migranten/-innen-Initiativen, Jugendgruppen und Schulen haben Anträge gestellt, um im Rahmen der Aktionswoche, die vom 14.-26. Oktober 2004 stattfindet, mit Aktivitäten teilzunehmen.

Nach der Rekordteilnahme mit 23 Ländern in der letzten Saison werden diesmal während der 5. Aktionswoche sogar Aktivitäten in 33 Ländern durchgeführt.

Bis nach Osteuropa

Um die mit der Diskriminierung von Roma und Antisemitismus verbundenen Probleme bewusst zu machen, unterstützt FARE eine Reihe von Initiativen in Zentral- und Osteuropa. Aktivitäten finden in 16 Ländern in dieser Region einschließlich der neuen EU-Länder Polen, Slowakei, Ungarn, Tschechische Republik, Lettland und Slowenien statt. FARE hat sich mit der EU-Kommission zusammengeschlossen, um diese Initiativen finanziell zu unterstützen.

In Serbien und Montenegro startet die Aktionswoche mit einer gemeinsamen Pressekonferenz der Vereine FK Partizan und FK Crvena Zvezda (Roter Stern) in Belgrad. An den beiden Wochenenden werden sechs Spitzenvereine und ein Verein der zweiten Liga involviert sein. Die Spieler werden beim Aufwärmen T-Shirts von FARE tragen und bei der Aufstellung Rassismus die Rote Karte zeigen. An den Stadioneingängen werden FARE-Flugblätter verteilt.

Fans verbreiten die Botschaft

Fußballfans waren die ersten, die gegen rassistische Gesänge und rechtsextreme Ideologien in den Stadien gekämpft haben. Zahlreiche Fangruppen nehmen diesmal wieder an der Aktionswoche teil. In Frankreich verteilen die Fans von FC Metz 4000 Flugblätter und zeigen ein 40 Meter langes antirassistisches Transparent beim Spiel gegen AS Monaco (16. Okt.). Am selben Tag werden die Ultras von Girondins Bordeaux eine antirassistische Choreographie beim Spitzenspiel gegen FC Istres zeigen.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Fangruppen und Fanzines von Vereinen wie z.B. SV Werder Bremen, 1. FC Kaiserslautern, FC Schalke 04, Arminia Bielefeld, 1860 München, FC St. Pauli und Tennis Borussia Berlin hat in Deutschland der FARE-Partner Flutlicht anti-rassistische Aufkleber hergestellt.

Beim Spiel zwischen Hertha BSC Berlin und Bayer Leverkusen wird der Fanclub Hertha Junxx ein Transparent gegen Homophobie zeigen. Viele andere Fangruppen und Ultras werden die antirassistische Botschaft in Europa verbreiten, u.a. die Ultras aus Modena, Ancona, Perugia und Cavese in Italien, die Bukaneros Vallekano und die Brigadda Amarillas aus Cadiz in Spanien, Bröndby Fans in Dänemark und die Ultras von Bohemians Prag in der Tschechischen Republik.

Profivereine gehen gegen Rassismus vor

Immer mehr Profivereine und Ligen nehmen an der Aktionswoche teil. Spitzenvereine aus Belgien wie z.B. RSC Anderlecht, KSK Beveren, FC Brüssel und Sporting du Pays de Charleroi präsentieren Transpis mit der Aufschrift „Alle unterschiedlich, alle gleich“ bei ihren Heimspielen und die Stadionzeitung wird antirassistische Inhalte thematisieren. Das belgische „Zentrum für gleiche Rechte und gegen Rassismus“ unterstützt die Vereine bei diesen Aktionen.
Die Spieler des niederländischen Nachbarn PSV Eindhoven halten bei der Mannschaftsaufstellung ein Transparent mit der Aufschrift „PSV gegen Rassismus“ hoch und auf der Videowand werden antirassistische Botschaften gezeigt. Zum ersten Mal hat die österreiche Bundesliga alle zehn Spiele der ersten und zweiten Liga (22.-24. Okt.) zu antirassistischen Spielen erklärt. Die Balljugen tragen T-Shirts mit antirassistischen Slogans und es werden entsprechende Lautsprecheransagen gemacht. Die Mannschaften von FK Austria, SK Rapid und FC Wacker Tirol werden spezielle Transparente zeigen. Der FARE-Partner “FairPlay. Different Colours. One Game“ verteilt Zeitschriften über die Aktionswoche in verschiedenen Stadien.

Am Samstag zeigen Spieler bei jedem Spiel der höchsten slowakischen Liga dem Rassismus die Rote Karte. Außerdem werden Kinder Banner mit der Aufschrift “Fußball ist ein Spiel für alle” hochhalten. Ein Statement gegen Rassismus wird in jedem Stadion vorgelesen. Die Aktion wird vom FARE-Partner „Ludia Proti Rasizmu“ in Zusammenarbeit mit dem slowakischen Fußballverband durchgeführt.